Fußball Fußball: Ein Spiel wie jedes andere mit Brisanz
HETTSTEDT/MZ. - Obwohl Ulf Buchmann und Achim Straube unisono beteuern, dass das morgige Landesligaspiel an der Saale für sie eine Partie wie jede andere sei, werden die Trainer des FSV Hettstedt und von Rot-Weiß Alsleben am Sonntag besonders im Fokus stehen. Was beide eint: Weder Buchmann noch Straube sind mit ihren Teams da, wo sie nach vier Spieltagen sein wollten. Hettstedt ist mit zwei Punkten auf dem Konto Schlusslicht, Aufsteiger Alsleben steht mit einem Zähler mehr auf Rang 13. Das birgt also Brisanz.
Und noch ein Umstand verleiht dem Duell am Sonntag in Alsleben eine besondere Note. Straube, der aus dem kleinen Saalestädtchen stammt, war 28 Jahre in Hettstedt Spieler und Trainer. Am 9. Dezember 2007 saß der heute 52-Jährige zum letzten Mal im Sportpark der Walzwerker auf der Bank. Nach einem kurzen Intermezzo bei Edelweiß Arnstedt wollte sich Straube, was die Trainertätigkeit angeht, eigentlich zur Ruhe setzen. Doch
seine große Fußballliebe zu Alsleben war stärker, zumal Straubes Mutter noch an der Saale lebt. "Mein Herz hat immer für Alsleben geschlagen. Das gebe ich gerne zu." Gleichwohl hegt er keinen Groll gegen irgendjemand in Hettstedt, auch wenn der Abgang vor gut vier Jahren einen durchaus faden Beigeschmack hatte. Aber so sei das nun mal. Trainer werden nicht immer nur, aber immer auch am Erfolg gemessen. Und den brauchen jetzt sowohl Straube als auch Buchmann. "Ich denke, wenn wir in Alsleben als Sieger vom Platz gehen, dann ist der Knoten geplatzt. Vor allem müssen wir uns auf unsere Aufgabe auf dem Platz konzentrieren und nicht auf dieses ganze Gerede drum herum", sagt Ulf Buchmann.
Freilich weiß er auch, dass das alles andere als leicht werden wird, zumal mit Markus Reckrühm und Ronny Straube zwei Spieler im Alsleber Aufgebot stehen, die ebenfalls Spuren im Hettstedter Sportpark hinterlassen haben. Straube Junior ist dem Vater nach Alsleben gefolgt, nimmt dafür wöchentlich die Fahrt aus der Schweiz an die Saale auf sich. Da kann man schon von Fußballverrücktheit sprechen.
Einig sind sich Buchmann und Straube auch darüber, dass sie sich bei aller, nach ihrer Sicht hinein interpretierten Brisanz, ein faires Spiel wünschen. Und natürlich drei Punkte für die eigene Mannschaft.