Tiere liegen im eigenen Kot

Wienrode: Hunde in eigenem Kot gehalten: Polizei beschlagnahmt ein Dutzend verwahrloste Welpen von Züchterin

Wienrode - Bei einem Einsatz von Polizei, Bundespolizei und Veterinäramt sind einer Züchterin in Wienrode am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr mehr als ein Dutzend junge Hunde weggenommen worden.

Von Ingo Kugenbuch 21.02.2019, 14:22
Eine Beamtin der Bundespolizei hält einen jungen Dobermann auf dem Arm. 
Eine Beamtin der Bundespolizei hält einen jungen Dobermann auf dem Arm.  PETA Deutschland e.V.

Bei einem Einsatz von Polizei, Bundespolizei und Veterinäramt sind einer Züchterin in Wienrode am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr mehr als ein Dutzend junge Hunde weggenommen worden.

Wie die Tierschutzorganisation Peta mitteilt, hielt die 54-Jährige Dobermannwelpen in einem fensterlosen Keller. „Isoliert von ihrer Mutter vegetierten die Hundekinder dort in ihren eigenen Fäkalien vor sich hin“, so ein Peta-Sprecher. Kurz nach der Geburt würden ihnen die Schwänze abgetrennt.

Bevor die Händlerin die Welpen verkaufe, lasse sie ihnen von einer Bekannten aus Serbien außerdem die Ohren zum Teil amputieren. Dieses so genannte Kupieren, das früher zum Beispiel bei den Rassen Dobermann, Boxer oder Rottweiler üblich war, ist in Deutschland heute verboten. Der Import von kupierten Tieren ist allerdings weiterhin erlaubt.

Verstoß gegen Tierschutz: Polizeieinsatz bei Hundezüchterin in Wienrode

Insgesamt zehn Welpen im Alter von etwa acht Wochen sowie fünf Junghunde, die etwa vier bis fünf Monate alt waren, sind bei der Aktion beschlagnahmt und in Sicherheit gebracht worden. Peta hatte wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Arzneimittelgesetz Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Halberstadt erstattet.

Angeblich hat die Frau auch mit gefälschten Papieren gearbeitet, um ihre Taten zu verschleiern. Peta fordert nun ein lebenslanges Halteverbot für die Züchterin sowie die Überprüfung einer möglicherweise beteiligten Tierärztin und ihrer Approbation.

„Hunde aufgrund eines fragwürdigen Schönheitsideals zu verstümmeln und ihnen damit körperliche und seelische Schmerzen zuzufügen, ist in höchstem Maße tierschutzwidrig. Kein Hundefreund würde seinem Schützling eine solche Grausamkeit antun“, so Anna Walker, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta.

„Der Gesetzgeber muss in dieser Angelegenheit dringend handeln: Nur ein umfassendes Importverbot von kupierten Hunden nach Deutschland kann dieser Tierquälerei ein Ende setzen.“ (mz)