Harzer Verkehrsbetriebe

Nahverkehr im Landkreis Harz: Freie Fahrt für den „PlusBus“

Wernigerode - Harzer Verkehrsbetriebe setzen auf neue Qualitätsstandards. Geschäftsführung will Konzept bis in den Altkreis Quedlinburg ausbauen.

Von Sophie Elstner 19.01.2017, 11:45

Freie Fahrt für den „PlusBus“: Mit der neuen Marke legt die Harzer Verkehrsbetriebe GmbH (HVB) den Grundstein für den Nahverkehr der nächsten Generation. Die Linien, die in Zukunft den Titel „PlusBus“ tragen werden, sollen mit besonderen Qualitätsstandards ausgestattet sein.

„PlusBusse“, das sind dank Erdgasantrieb besonders klimafreundliche und komfortable Busse, die unter der Woche im Stundentakt fahren und damit besonders verlässliche Anschlüsse an andere Linien und die Bahn garantieren.

Pilotphase soll ein Jahr dauern

„Die erste Linie, bei der wir das ausprobieren, ist die 265 von Wernigerode nach Allrode über Elbingerode, Rübeland, Hasselfelde und Stiege“, informiert HVB-Geschäftsführer Bjoern Smith. „Die Pilotphase dauert ein Jahr, danach planen wir, auch auf anderen Strecken ‚PlusBusse‘ einzusetzen.“

Die Linie 265 wurde ausgewählt, weil sie von Einheimischen und Touristen gut genutzt wird, zu unterschiedlichen Tageszeiten allerdings auch unterschiedliche Nachfrage herrscht.

Neuer Nahverkehrsplan wird Schritt für Schritt umgesetzt

Damit wird laut Angaben von Landrat Martin Skiebe der neue Nahverkehrsplan nun Schritt für Schritt umgesetzt. „Die Region braucht einen starken Nahverkehr“, sagt er. „Wir dürfen in der Entwicklung da nicht stehenbleiben.“

Im Verhältnis zu anderen Flächenlandkreisen sei der Harz schon sehr gut aufgestellt. Im Vergleich: Die HVB deckt ähnlich viele Streckenkilometer wie die Verkehrsbetriebe in Magdeburg oder Halle ab, nur dass sich die Linien in den Städten auf kleinerer Fläche konzentrieren.

Der Nahverkehr sei wichtig für die Einwohner des Harzkreises, aber auch für die vielen Touristen, die jedes Jahr zu Besuch kommen, erklärt Smith. Und mit der Echtzeitauskunft über die App des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Insa) seien die Fahrgäste bestens informiert über die Fahrzeiten der „PlusBusse“.

Ähnliche Konzepte gibt es schon

Ähnliche Konzepte gibt es bereits im Leipziger Raum sowie im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Smith schätzt, dass sich die „PlusBus“-Idee sogar zu einer deutschlandweiten Marke etablieren könnte. Mit dem Projekt sollen vor allem Menschen angesprochen werden, die einen Führerschein haben und eigentlich nicht zwingend auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind.

Kommt Wlan in die Busse?

In Zukunft will die HVB auch den Wochenendverkehr und die Tarifzonenmodelle überarbeiten. Geprüft werde auch, ob „PlusBusse“ sogar mit Wlan ausgestattet werden können.

Die Haltestellenmasten der Linie 265 wurden bereits modernisiert - Fahrgäste erhalten hier viermal mehr Informationen über Fahrzeiten, Tarife und touristische Angebote als an normalen Haltestellen. Und das Wichtigste für die Fahrgäste: Sie müssen für den „PlusBus“ nicht tiefer in die Tasche greifen, sondern zahlen nur den Fahrpreis, der auch für alle anderen Linien gilt. Urlauber, die das Hatix-Angebot nutzen, können mit der Linie 265 auch weiterhin kostenfrei fahren.

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Die Harzer Verkehrsbetriebe hatten im vergangenen Jahr nach Angaben von Geschäftsführer Bjoern Smith rund 10 Millionen Fahrgäste. Zudem sind auch die Erträge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Zwar verliert auch der Harzkreis Einwohner, doch in den vergangenen Jahren war der Harz auch immer häufiger Urlaubsziel für Touristen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter und bedient 50 Linien. Knapp 140 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark. (mz)