Verstellte Sicht birgt Risiko

Chaotische Zustände herrschen an acht Stellen

Von Benjamin Richter
Die Kreuzung der Straßen Am Hünenberg, Feldstraße und Hohe Straße ist nach Aussage eines Ortschaftsrats regelmäßig zugeparkt. (Foto: Benjamin Richter)

Westerhausen - Dass Thales größter Ortsteil Westerhausen knapp 2.000 Einwohner zählt, lässt sich einer Statistik des Bürgerbüros entnehmen. Dass von diesen Einwohnern ein Großteil der Erwachsenen über - mindestens - ein Auto verfügt und dieses irgendwo, möglichst nahe an seinem Wohnhaus oder der Arbeitsstätte, abstellen möchte, ist heutzutage eine Binsenweisheit. Doch so einfach, wie man es sich womöglich vorstellt, ist es in Westerhausen nicht, beim Parken alle Interessen unter einen Hut zu bekommen, wie in der jüngsten Ortschaftsratssitzung erneut deutlich wurde.

Acht Problemstellen hatte das Gremium um Ortschef Eiko Franke (CDU) bereits im März ausgemacht und zu Protokoll gegeben - davon hatte man sich in einem Fall, an der Straße des Friedens, auf Kurzzeitparkplätze als Lösung geeinigt und die Entscheidungen zu den sieben weiteren Knackpunkten vertagt. Bei der neuerlichen Besprechung des Dauerthemas haben die Mitglieder Franke nun für vier weitere Straßen und Kreuzungen ihre Vorschläge mit auf den Weg gegeben, die der Ortsbürgermeister in Kürze mit dem städtischen Bau- und Ordnungsamt abstimmen will.

Parken nur auf einer Seite?

Problematisch, legte Matthias Kirmann (Bürger für Bürger) dar, sei die Parksituation weiterhin in den ineinander übergehenden Straßen Hinter dem Amt und Planstraße. „Da müsste man mal mit dem Ordnungsamt raus und sich das angucken“, appellierte er. Da auf beiden Seiten der Straßen geparkt würde, seien dort vor allem Kurvenbereiche häufig unübersichtlich. Darüber hinaus seien ihm Beschwerden von Anwohnern zu Ohren gekommen, die dort keinen Parkplatz mehr in der Nähe ihrer Wohnung gefunden hätten. Kirmann regte an, das Parken in diesem Bereich nur noch an einem Fahrbahnrand zu erlauben. Die gleiche Lösung schlug Werner Körner (CDU) für die Straße Unter dem Mühlenberg vor, wo durch das beidseitige Parken die Übersicht verloren gehe.

Immer wieder zugeparkt, lenkte Bruno Jung (FWG) den Blick auf einen weiteren Gefahrenpunkt im Ortsgebiet, werde auch die Kreuzung von Feldstraße und Hoher Straße. Dabei sei es gerade dort besonders riskant, herannahenden Autofahrern das Sichtfeld zu versperren - verlaufe dort doch der Fußweg für die örtlichen Grundschüler zur Turnhalle.

In Anbetracht dessen stellte Jung den Gedanken in den Raum, rund um die Kreuzung mehr als die fünf gesetzlich vorgeschriebenen Meter Abstand parkender Autos zu den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten vorzuschreiben. Vielmehr seien 20 Meter gerechtfertigt, schätzte das Ratsmitglied. Chaotische Zustände, fügte Kirmann der Liste den vierten Punkt hinzu, stellten sich außerdem regelmäßig im Bereich um die Friedenseiche, an der Ecke Hohe Straße/Vor dem Junkerhof, ein.

Dialog mit Anwohnern suchen

Er forderte ein Parkverbot, stellte sich aber nicht quer, als die stellvertretende Ortschefin Monique Theermann (FWG) nahelegte, das Verbot nur für den Zeitraum von 6 bis 18 Uhr auszusprechen, damit Anwohner weiter die Gelegenheit hätten, dort nachts ihren Wagen abzustellen. Überhaupt, gab sie zu bedenken, sollte man, bevor man anfange, das Parken hier und da zu verbieten, erst das Gespräch mit denjenigen suchen, die ihre Fahrzeuge vor dem Haus parkten, obwohl sie die Möglichkeit hätten, es zu sich auf den Hof zu fahren. Auf diese Weise könne vielleicht die eine oder andere Stelle bereits unbürokratisch entschärft werden.

Eiko Franke pflichtete ihr bei: „Wir wollen bei dem Thema keine Schnellschüsse. Es geht hier nicht darum, einfach nur Knöllchen zu verteilen.“ Stattdessen solle man nun erst einmal an ein paar wenigen Stellschrauben drehen und beobachten, wie sich die Situation in der Folge verändere.

Zugleich stellte der Ortsvorsteher in Aussicht, dass im Rahmen der nächsten Sitzung am 3. Juni, sofern das Wetter mitspiele, eine Ortsbegehung weiterer kritischer Ecken möglich sei. Bis dahin soll nach Frankes Vorstellung ein Termin vor Ort mit Vertretern des Bau- und Ordnungsamts der Stadt Thale stattgefunden haben, so dass sich der Rat dann womöglich bereits mit einem neuen Sachstand auseinandersetzen muss. (mz)