Fußball-Fan aus Raguhn-Jeßnitz

Fußball-Fan aus Raguhn-Jeßnitz: Sein Haus ist ein Tempel für den FC Bayern München

Tornau vor der Heide - Der Tornauer Olaf Maruhn lässt es alle wissen: Sein Herz schlägt für den deutschen Fußballrekordmeister FC Bayern.

Von Sylvia Czajka
Ohne Bayern-Schal geht Olaf Maruhn nicht zu den Spielen der Bayern. Der Schal trägt seinen Namen. Einmalig eben.

Im Fußball-Himmel blinken vier Sterne für den FC Bayern München. Die funkeln auf Rot, Blau und Weiß - bei jedem Wetter. Und wie! Auch bis nach Tornau vor der Heide. Hunderttausende Autofahrer können sie sehen - nicht nur bei Nacht. Die Bayern-Farben sind immer dann im Fokus, wenn die A9 wieder mal dicht ist. Dann schiebt sich die Blechlawine auf der Umleitungsstrecke staunend am Haus der Familie Maruhn vorbei.

40.000 Euro: Soviel gab der Tornauer Olaf Maruhn für sein FC Bayern-Haus aus

Das 200 Jahre alte Gebäude trägt nämlich seit dem Sommer ein „Bayern-Dirndl“ in den Farben der Nummer eins im Fußball - die Vier-Sterne-Tracht des FC kann sich auch in Anhalt-Bitterfeld sehen lassen. Kostenpunkt für den Hingucker: 40.000 Euro für Dachdecker- und Fassadenarbeiten.

Ein wahrer Bayern-Fan scheut weder Geld noch Mühe - auch Olaf Maruhn nicht. Einmal Fan, immer Fan. Da gibt’s kein Zurück. Das ist für immer und ewig. Mit dem Fußballclub geht er auch ins Bett, steht mit ihm auf - Sommer wie Winter. Nur in Bayernbettwäsche fühlt er sich wohl. Die gibt es im Wechsel in Schwarz und Rot. Die Schlafzimmerwände ziert Tapete des Deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Olaf Maruhns Fußballherz schlägt aber nicht nur für den FC Bayern

Mit der Wandgestaltung überraschte der 52-Jährige eines Tages seine Frau. „Sie ist eben tolerant.“ Und wie. Olaf Maruhn drückt seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 dem FC Bayern die Daumen. Namen wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Paul Breitner und Uli Hoeneß seien Qualitätsmerkmale auf zwei Beinen. „Mehr geht nicht. Bayern eben.“

Die sah Maruhn damals schon in der Sportschau der ARD. „Wir hatten zu DDR-Zeiten einen guten Fernsehmechaniker im Ort“, lacht der Tornauer. Damals habe er „seine“ Bayern lieben und schätzen gelernt. „Heute schielt der Ossi schon mal in Richtung Leipzig zu RB.“

Zwei Herzen schlagen mittlerweile in Maruhns Brust. Da hat seine Fußballpumpe ganz schön zu tun. „Wir Bayern holen unsere Punkte woanders, um Meister zu werden“, betont er. Am 21. Dezember werden beide Teams aufeinandertreffen. Wie die Partie ausgehen sollte? Maruhn ist Diplomat: Ein Unentschieden wäre gerecht.

Selbst das Enkelkind hat FC Bayern-Nuckel

Maruhn ist nicht nur Fan, sondern auch Vereinsmitglied. Einer von knapp 300 000. Eigentlich stellt die Familie mittlerweile vier Mitglieder. Thomas, Marek und Enkeltochter Lucy. Sie gehört wohl zu den jüngsten Vereinsmitgliedern.

Mit ihrer Geburtsurkunde wurde zugleich die Mitgliedschaft besiegelt. Lucy wird am 13. November ein Jahr alt, hat schon eine prächtige Bayernausstattung und „fühlt sich damit sauwohl“, weiß Opa Maruhn. Die reicht vom Strampler bis zum Nuckel - vier Sterne leuchten eben auch in Pink.

Am 25. November reist der Tornauer nach München. Dort steht ein wichtiger Termin an: „die Mitgliederversammlung des FC Bayern und die Rückkehr von Uli“. Vielleicht trifft er aber auch seinen Lieblingsspieler: Thomas Müller. „Und das wäre irgendwie himmlisch.“ (mz)

Im Sommer wurden Dach und Fassade zum besonderen Hingucker.
Auch im Haus ist der FC Bayern überall.