Kyffhäuser

Kyffhäuser: Vergessenes Hindenburg-Denkmal ausgegraben

Bad Frankenhausen/dpa. - Ein seit 55 Jahren vergessenesStandbild von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) ist amKyffhäuserberg entdeckt worden. Ein Gastronom habe vergangene Wochegezielt nach dem etwa fünf Meter hohen Denkmal gesucht und seischnell fündig geworden, bestätigte der stellvertretende Leiter desKyffhäuserdenkmals, Heiko Kolbe, am Dienstag einen Bericht der«Bild»-Zeitung. Die 1939 aufgestellte Statue des Berliner BildhauersHermann Hosaeus war nach dem Zweiten Weltkrieg von Sowjetsoldatenumgestoßen und vergraben worden. Eine Sprengung war wegen des hartengrünen Porphyrs ...

08.06.2004, 12:10
Ein seit 55 Jahren vergessenes Standbild von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) ist am Kyffhäuserberg entdeckt worden. (Foto: dpa)
Ein seit 55 Jahren vergessenes Standbild von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) ist am Kyffhäuserberg entdeckt worden. (Foto: dpa) dpa

Ein seit 55 Jahren vergessenesStandbild von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) ist amKyffhäuserberg entdeckt worden. Ein Gastronom habe vergangene Wochegezielt nach dem etwa fünf Meter hohen Denkmal gesucht und seischnell fündig geworden, bestätigte der stellvertretende Leiter desKyffhäuserdenkmals, Heiko Kolbe, am Dienstag einen Bericht der«Bild»-Zeitung. Die 1939 aufgestellte Statue des Berliner BildhauersHermann Hosaeus war nach dem Zweiten Weltkrieg von Sowjetsoldatenumgestoßen und vergraben worden. Eine Sprengung war wegen des hartengrünen Porphyrs unmöglich.

Der Kyffhäuserbund, in dem Hindenburg Ehrenpräsident war, hatteden Auftrag zum Gedenken an den 1934 gestorbenen Reichspräsidentenvergegeben. Von Hindenburg ist nicht unumstritten. Als 77-Jährigerwurde der kaiserliche Marschall zweiter Präsident der WeimarerRepublik. Er fühlte sich vor allem dem Staat verpflichtet und nichtals Handlanger der Parteien, die ihn nominiert hatten. 1933 ernannteer Adolf Hitler zum Reichskanzler.

Der Standort des Steinkolosses sei über die Jahrzehnte bekanntgewesen, sagte Kolbe. In den 80er Jahren seien bei Bauarbeiten um dasehemalige Ferienheim der DDR-Staatssicherheit bereits die Füße desStandbildes ausgegraben worden. Dies sei jedoch so gut es gingverheimlicht worden. Das Denkmal, das den alten Krieger Hindenburgverherrlichte, sollte weiter tot geschwiegen werden. Nach AngabenKolbes sind derzeit Kopf und Oberkörper freigelegt.

Mitarbeiter des Thüringer Landesdenkmalamtes informieren sichzurzeit über den Zustand des Denkmals. Der Gastronom Paul Breul, dervor zwei Jahren das Haus übernahm, würde Hindenburg am liebstenwieder aufstellen. Auch ein Museum mit dem Kanzler unter Glas oderein Kanzlercafé kann er sich vorstellen.