Kongo Kongo: Studentin auf dem Weg zurück ins Forschercamp
Leipzig/Kinshasa/dpa. - Ein Such-Team des Camps im Salonga-Nationalpark habe die junge Frau am Dienstag zurückgebracht, teiltedas Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig mit. DieBiologie-Studentin sei in guter Verfassung. «Sie hat jetzt ersteinmal geduscht, sich frisch angezogen und etwas gegessen und wirdjetzt ihre Familie anrufen», berichtete ein Sprecher nach Angaben desInstituts am Satellitentelefon.
Die 23-Jährige habe sich in Begleitung von drei Einheimischenbefunden, als das Suchteam sie fand. Wie sie berichtete, hatte siesich auf der Suche nach Affennestern trotz der ausdrücklichenAnweisungen des Projektleiters von ihrem Begleiter getrennt, weil siehungrig war und ins Camp zurück wollte. «Ich fühlte mich sicher unddachte, ich kenne den Weg hinreichend genug», habe sie nach ihrerRückkehr erklärt. Es tue ihr alles sehr leid.
Freude herrschte bei der Familie der Leipziger Biologie-Studentin,als der glückliche Ausgang des abenteuerlichen Marsches durch denRegenwald bestätigt war. «Wir sind sehr froh. Dass so etwas gutausgeht, ist nicht selbstverständlich», sagte der Vater, PfarrerMartin Carlitz. Er halte es durchaus für möglich, dass sie nichtwieder nach Hause zurückkehre, sondern «nach gründlichemDurchschlafen» wieder an ihre Arbeit wolle. «Der Urwald ist ihr janicht mehr feindlich, sie hatte Zeit, sich mit dem Regenwald vertrautzu machen.» Zur Familie gehören neben Esther vier weitere Kinder.
Die in Halle/Saale geborene Esther Carlitz gehört dem ForschercampLui Kotal des Max-Planck-Instituts an. Dort wird das Verhalten vonBonobos (Zwergschimpansen) erforscht. Die Studentin wollte sich aufihre Diplomarbeit vorbereiten. Am 22. Mai war sie zusammen mit einemerfahrenen Assistenten und ausgerüstet mit Karten, Kompass sowieSatellitenpeilgerät aufgebrochen, um Bonobo-Nester zu sichten. Nachdem Verschwinden der Studentin durchkämmten Suchmannschaften Tag fürTag den Regenwald und hatten nach verschiedenen Hinweisen schließlichErfolg.
