Evangelische Kirche Anhalts Ein Akt der Erinnerung an jüdisches Leben
Ergänzungsband zu jüdischem Leben in Anhalt erschienen

Halle/MZ - Gestern, am 27. Januar, war der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – 2005 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen an dem Tag, der auf den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau verweist. Der Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten fielen auch Tausende jüdische Menschen aus Sachsen-Anhalt zum Opfer.
Nachweise an 100 Orten
Als Akt der Erinnerung bezeichnete die Evangelische Landeskirche Anhalts die Auflage des ersten Bandes „Jüdisches Leben in Anhalt“ im Jahr 2020. In Sachsen-Anhalt lässt sich heute an fast 100 Orten jüdisches Leben nachweisen. In den ehemaligen anhaltischen Fürstentümern, die ungefähr dem Gebiet der anhaltischen Landeskirche entsprechen, gab es 19 Orte mit jüdischem Leben. Die ältesten Nachweise stammen aus Bernburg (1301) und Zerbst (1324).
Kürzlich ist nun ein Ergänzungsband erschienen, in dem an die Zerstörung jüdischer Friedhöfe in der NS-Zeit und die Verwahrlosung in den folgenden Jahrzehnten erinnert wird. Gleichzeitig aber macht das Buch Mut: Es führt auf 90 Seiten zu Orten in Anhalt, wo in den letzten Jahren durch viele Initiativen und öffentliche Förderung neue beziehungsweise aufgewertete Erinnerungsorte entstanden sind.
Neuer Davidstern
Gezeigt werden etwa Fotos von der Einweihung der neuen Weill-Synagoge und von der 30-Jahr-Feier der Jüdischen Gemeinde zu Dessau. Auch die aufwändige Sanierung der Kapelle auf dem Jüdischen Friedhof von Köthen wird beschrieben, auf deren Kuppel 2026 wieder ein Davidstern angebracht werden soll.
Das bis 2024 grundhaft erneuerte Museum Synagoge Gröbzig und die neuen Stolpersteine in der Stadt werden mit ausgewählten Fotos dargestellt. Aufgenommen sind in dem Band auch Erinnerungsorte unter anderem in Güsten, Radegast, Sandersleben, Zerbst, Ballenstedt, Hoym, Bernburg und Nienburg.
Finanziert wurde die Publikation durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt und private Spenden.
„Jüdisches Leben in Anhalt – Ergänzungsband 2025“ kann kostenfrei über die Evangelische Landeskirche Anhalts bezogen werden.