Dreigestirn in Magdeburg

Dreigestirn in Magdeburg: Ein Hirsch steht für das Paradies

Magdeburg/dpa. - Der Magdeburger Reiter auf dem Marktplatz der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt hat nun einen Hirsch an der Seite. Damit ist das mittelalterliche Figuren-Ensemble wieder komplett, wie die Stadt mitteilte. Für die Bronzefigur hatten Unternehmen, Bürger und das Land rund 60 000 Euro gespendet. Unter dem Andrang von gut 200 Schaulustigen enthüllte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Freitag die Figur, die zuvor von einer Fahne in den grün-roten Farben der Stadt abgedeckt war.Der Hirsch verkörpert nach Angaben der Stadt die Verheißung des Paradieses, den Beginn des ewigen Lebens. Der Magdeburger Reiter, der Historikern zufolge Otto den Großen als Wegbereiter des heutigen Europas darstellen dürfte, stehe dagegen für die Tributpflicht an den Kaiser. Die dritte Figur, der in vielen Städten verbreitete Roland, verweise auf das Streben der Stadt nach ...

Von Rochus Görgen 09.11.2012, 19:34
Die Bronzestatue «Hirsch» auf dem Alten Markt in Magdeburg unmittelbar nach ihrer Enthüllung. (FOTO: DPA)
Die Bronzestatue «Hirsch» auf dem Alten Markt in Magdeburg unmittelbar nach ihrer Enthüllung. (FOTO: DPA) dpa-Zentralbild

Der Magdeburger Reiter auf dem Marktplatz der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt hat nun einen Hirsch an der Seite. Damit ist das mittelalterliche Figuren-Ensemble wieder komplett, wie die Stadt mitteilte. Für die Bronzefigur hatten Unternehmen, Bürger und das Land rund 60 000 Euro gespendet. Unter dem Andrang von gut 200 Schaulustigen enthüllte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Freitag die Figur, die zuvor von einer Fahne in den grün-roten Farben der Stadt abgedeckt war.

Der Hirsch verkörpert nach Angaben der Stadt die Verheißung des Paradieses, den Beginn des ewigen Lebens. Der Magdeburger Reiter, der Historikern zufolge Otto den Großen als Wegbereiter des heutigen Europas darstellen dürfte, stehe dagegen für die Tributpflicht an den Kaiser. Die dritte Figur, der in vielen Städten verbreitete Roland, verweise auf das Streben der Stadt nach Unabhängigkeit.

Der Hirsch war im 30-jährigen Krieg zerstört worden. Auch der ursprüngliche Roland überlebte die Geschichte nicht. Er wurde aber bereits im Jahr 2005 als „Colossus Magdeburgensis“ wieder aufgebaut.

Der Magdeburger Reiter selbst war bereits um 1240 geschaffen worden. Das Original steht heute im Kulturhistorischen Museum in Magdeburg, vor dem Rathaus steht eine Nachbildung, die im Jahr 2000 vergoldet worden war.

Die genaue Bedeutung des Hirsches ist heute nicht mehr bekannt. Die Stadt glaubt, dass den Menschen des Mittelalters die Bedeutung des Tieres so sehr bekannt war, dass es in der damaligen Literatur keiner Erklärung bedurfte. Sicher ist aber, dass eine Hirschstraße bereits 1425 auf den Alten Markt führte und auf eine Hirsch-Statue hinweist. Belegt ist nach Angaben der Stadt auch, dass im Jahr 1503 ein neuer Hirsch aufgestellt wurde.

Initiiert wurde die Wiedererrichtung des Dreigestirns vom Förderverein „Denkmalensemble Alter Markt“. Er war aus dem „Freundeskreis historischer Roland“ hervorgegangen, der für den Wiederaufbau des Rolands verantwortlich war. Zu den Mitgliedern des Vereins zählt unter anderem der frühere Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU).

Die Bronzestatue «Hirsch» in Magdeburg unmittelbar nach ihrer Enthüllung. Für diese Figur hat ein Förderverein rund 60.000 Euro gespendet. (FOTO: DPA)
Die Bronzestatue «Hirsch» in Magdeburg unmittelbar nach ihrer Enthüllung. Für diese Figur hat ein Förderverein rund 60.000 Euro gespendet. (FOTO: DPA)
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