UHC-Frauen besiegen MFBC Grimma

UHC-Frauen besiegen MFBC Grimma: Der alte neue Floorball-Meister

Weißenfels - Für genau die zwei letzten Saisonspiele haben sich die Frauen des UHC Sparkasse Weißenfels mehr oder weniger durch die gesamte Saison gequält. Doch am Ende hat es sich gelohnt. Denn nach dem 7:5 im ersten Finalspiel in Grimma haben die „Cats“ auch das zweite Match in der Best-of-Three-Serie gegen den Dauerrivalen MFBC Grimma mit 4:3 (1:0/1:1/2:2) gewonnen und dürfen sich nach einem Jahr Unterbrechung wieder deutscher Floorball-Meister ...

Von Matthias Voss 18.04.2016, 05:15

Für genau die zwei letzten Saisonspiele haben sich die Frauen des UHC Sparkasse Weißenfels mehr oder weniger durch die gesamte Saison gequält. Doch am Ende hat es sich gelohnt. Denn nach dem 7:5 im ersten Finalspiel in Grimma haben die „Cats“ auch das zweite Match in der Best-of-Three-Serie gegen den Dauerrivalen MFBC Grimma mit 4:3 (1:0/1:1/2:2) gewonnen und dürfen sich nach einem Jahr Unterbrechung wieder deutscher Floorball-Meister nennen.

„Ich wusste schon in der Woche, dass wir gewinnen werden, wenn wir unser Spiel durchziehen. Das haben wir heute gemacht und deshalb sind wir verdient deutscher Meister geworden“, freute sich Jarmo Eskelinen, der finnische Trainer der UHC-Frauen, über den Triumph. Dabei sagte er selber, dass er ein knappes Spiel erwartet hatte, aber nicht so knapp, wie es dann in der Stadthalle am Ende werden sollte.

Weißenfels vergibt frühe Vorentscheidung

Denn der MFBC Grimma war zu jeder Zeit der 60 Spielminuten gefährlich und ließ sich auch nie abschütteln. Sowohl in der Offensive waren die Gäste immer dran als auch in der Verteidigung aufmerksam. So dauerte es bis kurz vor Schluss des ersten Drittels, ehe Magdalena Tauchlitz mit einem tollen Schlagschuss das überfällige 1:0 für Weißenfels erzielte.

Als Jenny Horn vier Minuten nach Wiederbeginn auf 2:0 erhöhte, roch es nach einer Vorentscheidung. Denn Grimma war nun doch erst einmal geschockt, reduzierte die eigene Mannschaftsstärke durch diverse Zwei-Minuten-Strafen und lief Gefahr, dass der UHC das Spiel endgültig entschied. Doch noch so gute Torchancen von Sara Patzelt (28. Minute), Tauchlitz (30.) und Pauline Baumgarten wurden vergeben. So witterte Grimma wieder Morgenluft und kam drei Minuten vor Schluss der zweiten Drittelpause durch Nationalstürmerin Anne-Marie Mietz zum 1:2.

Schlussdrittel der Hochspannung

Der Schlussabschnitt war dann an Spannung kaum noch zu überbieten. Grimma machte Druck auf das Weißenfelser Tor, ohne aber an der wieder einmal bestens aufgelegten Torhüterin Indra Reck vorbeizukommen und Weißenfels nutzte das zum Kontern. Einer davon landete durch Baumgarten im MFBC-Tor - 3:1 (44.). Kurz darauf musste Mietz wegen eines überharten Körpereinsatzes zum zweiten Mal auf die Strafbank und kurz darauf war Grimma erneut in Unterzahl. Doch statt dass Weißenfels den berühmten Sack zumachte, fingen sich die UHC-Cats in Überzahl das 2:3 ein (51.).

Danach überschlugen sich die Ereignisse. Reck verhinderte zweimal mit Klasse-Paraden den Ausgleich und wie aus dem Nichts heraus erzielte Weißenfels das 4:2 durch Carla Benndorf (53.). Doch Grimma gab sich immer noch nicht geschlagen und kam keine zwei Minuten später erneut zum Anschlusstor.

Erleichterung mit der Schlusssirene

Mit Glück und Geschick überstanden die Weißenfelserinnen die Schlussphase, hatten sogar noch die Chance auf die endgültige Entscheidung, als Grimma zwei Minuten vor der letzten Saisonsirene die Torfrau herausnahm, um eine zusätzliche Feldspielerin zu haben. Doch zweimal verpasste ein Schuss aus der eigenen Abwehr das leere Tor. Als dann die Sirene in der Stadthalle das Ende verkündete, war der Jubel groß und vor allem erleichternd.

„Klar ist es ärgerlich, wenn es so spannend ist. Aber dann ist es auch ein besonderer Sieg und man freut sich über die deutsche Meisterschaft noch mehr“, meinte Indra Reck, die nach dem Match zu Recht zur besten UHC-Spielerin gewählt wurde, aber selber nicht mit sich zufrieden war. „Als Torhüterin willst du doch immer zu null spielen. Na ja, letztendlich haben wir verdient gewonnen“, so Reck.

„Indra war da, als wir sie gebraucht haben. Unsere gute Verteidigung hat es ihr heute aber auch einfacher gemacht, selbst wenn die Gegentore schon durch Fehler entstanden sind“, freute sich Trainer Eskelinen über seine Nationaltorhüterin. Kurz darauf musste er Fersengeld geben, denn Indra Reck war die erste bei der obligatorischen Sektdusche, hatte sich ihren Trainer ausgesucht und rannte mit ihm durch die Stadthalle, als dieser das verhindern wollte. Wenn man deutscher Meister wird, darf man das schon mal machen. (mz)