„Die wilde Manufaktur“

„Mehr Bio geht nicht“ - Weißenborner bietet in Droyßig Wildspezialitäten an

Der Weißenborner Matthias Helmig bietet in Droyßig Wildspezialitäten an. Aber er hat noch viele weitere Ideen.

Von Matthias Voss
Matthias Helmig mit einem 20-Kilo-Wagyu-Rind-Stück, welches zuvor 30 Tage lang in einem speziellen Reifeschrank verbrachte.
Matthias Helmig mit einem 20-Kilo-Wagyu-Rind-Stück, welches zuvor 30 Tage lang in einem speziellen Reifeschrank verbrachte. (Foto: René Weimer)

Droyssig - Seit einiger Zeit gibt es in Droyßig wieder ein Fleischereifachgeschäft. Betrieben von Matthias Helmig aus Weißenborn, der dem Ganzen den Namen „Die wilde Manufaktur“ gegeben hat. Und das hat seinen guten Grund. Denn neben „normalem“ Fleisch und „normaler“ Wurst, die Helmig von der Schnaudertaler Gutsfleischerei aus Dragsdorf bezieht, bietet der 45-Jährige auch reichlich Wild-Spezialitäten an. „Ich habe zum Beispiel Elch-Salami, Rentierschinken oder Wildschwein-Gulasch im Angebot. Mehr Bio geht nicht“, sagt er stolz.

Matthias Helmig ist selber Jäger, wollte in dem leerstehenden Geschäft am Markt eigentlich nur sein Jagdgut verarbeiten. „Aber in Droyßig fehlte ja seit geraumer Zeit ein Fleischer und da wollte ich sowas hier wieder etablieren“, meint er. Nur ein einfacher Laden mit Fleisch und Wurst war ihm aber zu wenig. Deswegen wollte er dem Namen, den er seinem Geschäft gegeben hat, auch voll gerecht werden. „Die Tiere aus dem Wald sollen sinnvoll verarbeitet werden. Da ist dann auch nicht jeden Tag alles im Angebot“, so Helmig. Was die „normale“ Wurst und das Fleisch angeht, kann das zum nächsten Tag bestellt werden. Das Wild betreffend arbeite er mit dem, was er vorrätig habe. Manchmal gibt es so auch Rentier-Herz, Bären-Entrecote, Hamburger vom Bison aus Kanada oder Kudu- oder Straußenfleisch aus Afrika. Demnächst will er sogar Python anbieten.

Ungewöhnliche Kraftbiere mit Mandarinen- oder Kaffeegeschmack

„Das ist natürlich nicht jedermanns Geschmack und auch ein bisschen preisintensiver. Aber dafür ist es was besonderes, was es nicht überall gibt“, sagt er. Besonders ist auch die Gulaschkanone, eine der letzten aus Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR, die jeden Donnerstag und Freitag zum Einsatz kommt. Da gibt es dann mal Wildgulasch, Wildsoljanka oder gebackenen Wildschwein-Braten. Das komme sehr gut an bei den Kunden und die Portionen seien oftmals schnell ausverkauft. Dazu hat er sich einen Reifeschrank gekauft, in dem erlesenes Entrecote-Fleisch langsam gereift wird. „Das ist besonders bei den jüngeren Kunden sehr beliebt, weil man so einen Genuss nicht überall bekommt“, so der 45-Jährige.

Um das Angebot abzurunden, bietet Helmig ungewöhnliche Kraftbiere mit zum Beispiel Mandarinen- oder Kaffeegeschmack, Olivenöl und verschiedene Ginsorten an. Dazu kommen Brot und Brötchen vom Bäcker aus der Zeitzer Kalkstraße. „Und jeden Donnerstag habe ich Salzwiesen- und Rauchkornbrot im Angebot, welches extra für uns auf der Insel Rügen gebacken wird. Hier bitte ich aber unbedingt um Vorbestellung“, sagt er. Am Sonnabend, 26. Juni bietet Matthias Helmig von 8 bis 12 Uhr eine Lein-Dotteröl-Verkostung in seinem Hof an und ein Online-Shop für die Wild-Spezialitäten ist auch schon in Vorbereitung. (mz)