Kirche in Casekirchen

Kirche in Casekirchen: Viel Fleiß für neuen Klang

Casekirchen - Der 31. Oktober, da ist sich Thea Pecker sicher, wird in Casekirchen groß gefeiert. Dann soll die 1828 von Christian August Gerhard gebaute Orgel nach ihrer Erneuerung und Restaurierung in vollem Klang ertönen. Außerdem, so die Vorsitzende des Fördervereins für Kultur, Kirchen- und Denkmalpflege Aue/Casekirchen, könne mit dem Festgottesdienst zur erneuten Orgelweihe die umfangreiche Sanierung der Casekirchener Dorfkirche erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits in den Jahren 2009 und 2010 hatten der Turm und das Schiff des Gotteshauses - auch mit Hilfe zahlreicher Spenden und ehrenamtlicher Unterstützung - saniert und renoviert werden ...

Von Albrecht Günther 30.08.2018, 09:19

Der 31. Oktober, da ist sich Thea Pecker sicher, wird in Casekirchen groß gefeiert. Dann soll die 1828 von Christian August Gerhard gebaute Orgel nach ihrer Erneuerung und Restaurierung in vollem Klang ertönen. Außerdem, so die Vorsitzende des Fördervereins für Kultur, Kirchen- und Denkmalpflege Aue/Casekirchen, könne mit dem Festgottesdienst zur erneuten Orgelweihe die umfangreiche Sanierung der Casekirchener Dorfkirche erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits in den Jahren 2009 und 2010 hatten der Turm und das Schiff des Gotteshauses - auch mit Hilfe zahlreicher Spenden und ehrenamtlicher Unterstützung - saniert und renoviert werden können.

Bis zur Feier am Reformationstag allerdings bleibt in der auf einem Berg oberhalb des Dorfes, das zur Gemeinde Molauer Land gehört, gelegenen und in den Jahren 1721 und 1722 errichteten Kirche noch einiges zu tun. Dennoch ist Tobias Hoffmann optimistisch, dass die Arbeiten an der Gerhard-Orgel dann beendet sein werden und das Instrument wieder zur Freude der Gemeinde in seiner ursprünglichen Musikalität erklingen wird.

Bei der Orgel in der Kirche zu Casekirchen handelt es sich um ein original erhaltenes Werk aus der dritten Generation der bekannten Orgelbauerfamilie Gerhard aus Dorndorf (Thüringen), welches sich durch solide Verarbeitung und gute Materialien auszeichnet. Allerdings muss es nun saniert werden. Gebaut wurde die Orgel von Johann Christian Adam Gerhard im Jahr 1828. Sein Großvater Justinius Ehrenfried Gerhard erlernte vermutlich seine Handwerkskunst auch beim berühmten Orgelbauer Gottfried Silbermann.

Denn gemeinsam mit den Orgelbauern Uwe Trabert und Satoshi Morita ist der Juniorchef der renommierten Orgelbauwerkstatt Hoffmann und Schindler aus Ostheim in der Rhön derzeit dabei, weitere Teile der Orgel, die erneuert und aufgearbeitet wurden, wieder in das Gehäuse einzusetzen. „Wir haben beispielsweise alle der knapp 1000 Pfeifen ausgebaut, sie gereinigt und - wo notwendig - repariert“, berichtet Hoffmann. Bereits wieder voll funktionsfähig ist einer der Bälge, der mittels eines Motors für den nötigen Wind zum Spielen des Instruments sorgt.

„Es ist nicht nur ein interessanter Auftrag, diese vom barocken zum romantischen Klang hinführende Orgel zur sanieren, wir fühlen uns auch hier im Dorf sehr gut aufgenommen“, schildert der Orgelbauer, der innerhalb des Familienbetriebes bereits in siebenter Generation tätig ist. Auch Thea Pecker findet viele lobende Worte für die Orgelbauer. „Der Auftrag war ausgeschrieben worden, bei der Vergabe wurde die richtige Wahl getroffen“, so die 67-Jährige.

Nach Beendigung der Sanierung des Kirchengebäudes hatte sich rasch gezeigt, dass auch die Gerhard-Orgel in die Kur genommen werden müsse. „Viele Pfeifen waren verstaubt, etliche deformiert. Die sechs Windladen funktionierten nicht mehr, die Spielanlage wies Schäden auf, und einer der Keilbälge störte mit seine Lautstärke das Spiel“, beschreibt Thea Pecker den bisherigen Zustand. Bereits 2014 beschloss der Förderverein deshalb, sich um eine Sanierung der Orgel zu bemühen. Allerdings musste zunächst der Kostenrahmen abgeschätzt werden, bemühten sich Verein und Kirchgemeinde um finanzielle Förderung. „2016 wurde ein entsprechender Antrag abgelehnt, allerdings haben wir uns dadurch nicht entmutigen lassen“, blickt Thea Pecker zurück.

Ein Jahr später erfolgte der nächste, dieses Mal erfolgreiche Antrag. Fördermittel aus verschiedenen Töpfen, der Eigenanteil der Gemeinde in Höhe eines Drittels sowie zuletzt zahlreiche Spenden in Form von Orgel-Patenschaften ermöglichen es nun, die Gesamtkosten in Höhe von 61000 Euro stemmen zu können. 2017 hatten die Arbeiten dann begonnen, inzwischen sind sie auf einem guten Weg.

Wenn dieser am 31. Oktober beendet sein wird, dann werden sich zum Festgottesdienst, gemeinsamem Beisammensein und Konzert Christen und Besucher aus zwei Bundesländern in Casekirchen versammeln. Gehört doch das evangelische Kirchspiel Frauenprießnitz-Casekirchen im Kirchenkreis Eisenberg sowohl zu Thüringen als auch zu Sachsen-Anhalt. Betreut wird es seit Jahresbeginn von Pfarrer Michael Greßler, der außerdem für das benachbarte Kirchspiel Camburg-Leislau verantwortlich ist. Gemeinsam mit seiner Frau, der Kirchenmusikerin Dorothea Greßler, und der Gemeinde wird er - dank der sanierten Gerhard-Orgel - der Region auch neue musikalische Impulse geben können.