Was Ansiedlung in Gera mit sich bringt

Jeder zehnte Beschäftigte im neuen Amazon kommt aus dem Burgenlandkreis

Von Martin Walter
Ein Mitarbeiter fährt bei Amazon einen leeren Palettenwagen in ein Lager.
Ein Mitarbeiter fährt bei Amazon einen leeren Palettenwagen in ein Lager. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Zeitz/Gera/MZ - Vor zwei Wochen hat das Amazon-Logistikzentrum im Geraer Ortsteil Cretzschwitz eröffnet. Nur einen Kilometer trennen das Lager vom Burgenlandkreis. Insgesamt sollen dort nach Angaben des weltgrößten Onlinehändlers 2.000 Arbeitsplätze entstehen, aktuell seien schon 750 geschaffen worden. Rund jeder zehnte Eingestellte, nämlich 76, kämen bislang aus dem Burgenlandkreis. Nach Gera als Wohnort mit den meisten Beschäftigten folge auch schon Zeitz. Ebenso habe man Mitarbeiter aus Weißenfels einstellen können.

Auch neben der Schaffung von Arbeitsplätzen bedeute die Ansiedlung des Amazon–Logistikzentrums für den Burgenlandkreis „einen großen Zugewinn in viele Richtungen“, sagt Tino Fischer, Bereichsleiter der hiesigen Arbeitsagentur. So fördere es Zuzug, beispielsweise von Fach- und Führungskräften aus anderen Bundesländern. „Diese Menschen benötigen Wohnraum, der unter anderem in Zeitz zur Verfügung steht. Sie gehen ins Kino und Einkaufen. All diese Aktivitäten tragen dazu bei, dass der Burgenlandkreis noch attraktiver wird“, fasst Tino Fischer die Effekte zusammen. Auch an Menschen ohne Fahrzeug oder Führerschein habe man gedacht: Sowohl von Zeitz als auch von Gera wurde eine Buslinie eingerichtet, die direkt zum Logistikzentrum fährt. Zudem prüfe Amazon, ob Shuttle-Busse eingesetzt werden können, wenn der Bedarf besteht.

„Amazon ist auch ohne Tarifvertrag ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber“

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte in der Vergangenheit mehrmals, dass Amazon Tarifverträge ablehne. „Amazon ist auch ohne Tarifvertrag ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber“, entgegnet das Unternehmen auf Anfrage. Der Einstiegslohn für ungelernte Kräfte liege in der Logistikzentrale bei 12,60 Euro. Hinzu kämen Zusatzleistungen und gute Karrierechancen - „und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung“.

Apropos sicher: In mehreren Amazon-Filialen kam es in der Vergangenheit zu Corona-Ausbrüchen. Das Unternehmen versichert aber, dass an seinen Standorten alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden. So seien unter anderem Desinfektionsmittelspender vorhanden. Im Gebäude gelte nicht nur der übliche Mindestabstand von 1,50, sondern von zwei Metern. Wo dies nicht eingehalten werden, seien Plexiglasscheiben verbaut.