In Vino Veritas

In Vino Veritas: Der Neue ist gefunden

Bad Kösen - Die Mannschaft im Landesweingut Kloster Pforta in den Saalhäusern ist wieder komplett. Und die Adresse „Saalhäuser“ bekommt immer mehr den Zusatz „noch“. Denn der anstehende Neubau und Umzug nach Schulpforte ist in Sichtweite und damit die Rückkehr des Klosters ins Kloster. Gerade dieser Umstand, einen neuen Betrieb mit aufbauen zu können, von ehrwürdigen, aber beengten Verhältnissen in hochmoderne zu wechseln, mit all den technischen Möglichkeiten, die dann auch gänzlich neue Perspektiven für moderne Weine bieten - all das war ein großer Anreiz für Olaf Stintzing, dem Ruf an die Saale zu folgen.Stintzing ist Geisenheimer. Zuletzt war er am Bodensee Kellermeister im Staatsweingut Meersburg. 63 Hektar Rebfläche, idyllisch am Nordufer des Bodensees gelegen, also etwas größer als das Landesweingut hierzulande. Das Rebsortenspektrum ähnlich, und doch muss es da noch mehr Gründe für einen Wechsel geben.Der gebürtige Franke führt da neben schon erwähntem Anreiz vor allem seine Neugier ins Feld. Schon kurz nach der Wende besuchte er die Region um Freyburg ein erstes Mal. „Mich hatte interessiert, was ’da drüben’ zu finden ist. Dass hier Wein wächst, war ja im Westen nicht so präsent. Und es war bei immer wiederkehrenden Besuchen einfach spannend zu sehen, was sich hier entwickelt. Zunehmend rasant, vor allem die Qualität. Ich habe lange in Franken gearbeitet, und es gab ja Ähnlichkeiten, Parallelen und Patenschaften. Ich hatte die Gegend hier, ihre Winzer und Weine immer im Blick.“Der 51-jährige studierte Getränketechnologe und Winzer hat in seinem Leben schon einiges erlebt. Er war beim Hochheimer Vorzeigebetrieb Künstler im Rheingau, im Weingut Ernst Popp in Iphofen und bei der Winzervereinigung Franken. Und doch werden im Landesweingut auch neue Aufgaben auf ihn zukommen. Blauer Zweigelt, Elbling oder Heunisch sind Neuland für ihn im Rebsortenspektrum. Seit Mitte August ist Stintzing in den Saalhäusern und hat sich mit den neuen Kollegen schon mehr als beschnuppert. Landesweinguts-Chef Björn Probst und Olaf Stintzing kannten sich schon vorher. Okay, Winzer treffen sich ehedem immer mal wieder, auch Probst hat ja eine fränkische Vergangenheit, aber Stintzing führte Probst eben auch durch das Staatsweingut Meersburg. Sicher durchaus hilfreich, sich nun in Bad Kösen zusammenzutun.Eine der interessantesten Aussagen über Zukunftspläne fiel eher so am Rande. Man wolle mit dem Kloster Pforta größer werden als Meersburg. Aktuell klaffen da fast 15 Hektar zwischen den Staatsbetrieben. Bedenkt man zudem, dass man in Pforta nicht zwingend an allen derzeitigen Flächen in der aktuellen Ausprägung festhalten will, stehen größere Umwälzungen ins Haus. Näheres wollte Stintzing noch nicht gucken lassen, schließlich ist die Vorstellung solcher weitreichenden Pläne auch eher Chefsache. Probst verneint derlei auch nicht, hält aber den Zeitpunkt, konkreter zu werden, für noch nicht gekommen. Dass man wachsen wolle und werde, stehe jedoch außer Frage. Die Zusammenarbeit bei der ersten gemeinsamen Lese mit Weinbergs-Chefin Franziska Zobel bezeichnet er als „großartig“. Die Erwartungen von Björn Probst an seinen Neuen, drückt der Chef gewohnt verschmitzt kryptisch aus: „Wir beobachten das, es ist ja in den beengten Räumlichkeiten nicht alles machbar, was man gerne möchte. Aber da entsteht Spannendes.“Christoph Lindner, Stintzings Vorgänger, hat sich auch noch mal blicken lassen, zumal beide sich ja auch im Verein „Breitengrad 51“ über den Weg laufen werden, ist Lindner doch Kellermeister im Weingut Born, und auch da scheint es durchaus Schnittmengen und Austausch zu geben.Übrigens rast Stintzing gern mit dem Mountainbike durchs Gelände, ist zudem musikalisch und sucht daher Anschluss an eine Singegemeinschaft der Region. Und Bass spielt er auch noch. Da kann

Von Wolf-Dietrich Balzereit 04.12.2018, 14:43

Die Mannschaft im Landesweingut Kloster Pforta in den Saalhäusern ist wieder komplett. Und die Adresse „Saalhäuser“ bekommt immer mehr den Zusatz „noch“. Denn der anstehende Neubau und Umzug nach Schulpforte ist in Sichtweite und damit die Rückkehr des Klosters ins Kloster. Gerade dieser Umstand, einen neuen Betrieb mit aufbauen zu können, von ehrwürdigen, aber beengten Verhältnissen in hochmoderne zu wechseln, mit all den technischen Möglichkeiten, die dann auch gänzlich neue Perspektiven für moderne Weine bieten - all das war ein großer Anreiz für Olaf Stintzing, dem Ruf an die Saale zu folgen.
Stintzing ist Geisenheimer. Zuletzt war er am Bodensee Kellermeister im Staatsweingut Meersburg. 63 Hektar Rebfläche, idyllisch am Nordufer des Bodensees gelegen, also etwas größer als das Landesweingut hierzulande. Das Rebsortenspektrum ähnlich, und doch muss es da noch mehr Gründe für einen Wechsel geben.
Der gebürtige Franke führt da neben schon erwähntem Anreiz vor allem seine Neugier ins Feld. Schon kurz nach der Wende besuchte er die Region um Freyburg ein erstes Mal. „Mich hatte interessiert, was ’da drüben’ zu finden ist. Dass hier Wein wächst, war ja im Westen nicht so präsent. Und es war bei immer wiederkehrenden Besuchen einfach spannend zu sehen, was sich hier entwickelt. Zunehmend rasant, vor allem die Qualität. Ich habe lange in Franken gearbeitet, und es gab ja Ähnlichkeiten, Parallelen und Patenschaften. Ich hatte die Gegend hier, ihre Winzer und Weine immer im Blick.“
Der 51-jährige studierte Getränketechnologe und Winzer hat in seinem Leben schon einiges erlebt. Er war beim Hochheimer Vorzeigebetrieb Künstler im Rheingau, im Weingut Ernst Popp in Iphofen und bei der Winzervereinigung Franken. Und doch werden im Landesweingut auch neue Aufgaben auf ihn zukommen. Blauer Zweigelt, Elbling oder Heunisch sind Neuland für ihn im Rebsortenspektrum. Seit Mitte August ist Stintzing in den Saalhäusern und hat sich mit den neuen Kollegen schon mehr als beschnuppert. Landesweinguts-Chef Björn Probst und Olaf Stintzing kannten sich schon vorher. Okay, Winzer treffen sich ehedem immer mal wieder, auch Probst hat ja eine fränkische Vergangenheit, aber Stintzing führte Probst eben auch durch das Staatsweingut Meersburg. Sicher durchaus hilfreich, sich nun in Bad Kösen zusammenzutun.
Eine der interessantesten Aussagen über Zukunftspläne fiel eher so am Rande. Man wolle mit dem Kloster Pforta größer werden als Meersburg. Aktuell klaffen da fast 15 Hektar zwischen den Staatsbetrieben. Bedenkt man zudem, dass man in Pforta nicht zwingend an allen derzeitigen Flächen in der aktuellen Ausprägung festhalten will, stehen größere Umwälzungen ins Haus. Näheres wollte Stintzing noch nicht gucken lassen, schließlich ist die Vorstellung solcher weitreichenden Pläne auch eher Chefsache. Probst verneint derlei auch nicht, hält aber den Zeitpunkt, konkreter zu werden, für noch nicht gekommen. Dass man wachsen wolle und werde, stehe jedoch außer Frage. Die Zusammenarbeit bei der ersten gemeinsamen Lese mit Weinbergs-Chefin Franziska Zobel bezeichnet er als „großartig“. Die Erwartungen von Björn Probst an seinen Neuen, drückt der Chef gewohnt verschmitzt kryptisch aus: „Wir beobachten das, es ist ja in den beengten Räumlichkeiten nicht alles machbar, was man gerne möchte. Aber da entsteht Spannendes.“
Christoph Lindner, Stintzings Vorgänger, hat sich auch noch mal blicken lassen, zumal beide sich ja auch im Verein „Breitengrad 51“ über den Weg laufen werden, ist Lindner doch Kellermeister im Weingut Born, und auch da scheint es durchaus Schnittmengen und Austausch zu geben.
Übrigens rast Stintzing gern mit dem Mountainbike durchs Gelände, ist zudem musikalisch und sucht daher Anschluss an eine Singegemeinschaft der Region. Und Bass spielt er auch noch. Da kann es ja, um einen alten Kalauer zu bedienen, nur bässer werden.