Hohe Infektionsrate bei Mitarbeitern

Hohe Infektionsrate bei Mitarbeitern: Heimbewohner müssen von außen versorgt werden

Zeitz - Die meisten aktiven Infektionen gibt es derzeit in Zeitz. Im Burgenlandkreis hat sich die Situation leicht entspannt. Aber binnen einer Woche gab es fast 30 Tote.

Von Torsten Gerbank
Blick in ein Seniorenheim. dpa

Nirgendwo im Burgenlandkreis gibt es derzeit so viele Coronainfizierte wie in Zeitz. In der Stadt waren der Kreisverwaltung Montagabend insgesamt 222 Infizierte bekannt. Zum Vergleich: In Weißenfels gab es zum selben Zeitpunkt 172 Infizierte, in Naumburg 173. Wie Landrat Götz Ulrich (CDU) am Dienstag während der wöchentlichen Pressekonferenz zur Coronalage im Kreis sagte, befindet sich auch das Gebiet mit dem höchsten Inzidenzwert im Raum Zeitz.

Das ist nämlich die Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst. Dort hat es rechnerisch in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 410,26 Neuansteckungen gegeben. In Zeitz lag der Wert bei 253 und ist damit im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Damals lag er in der Elsterstadt bei 471. Für den letzten Montag vergangenen Jahres war die Zahl der aktuell infizierten für Zeitz mit 232 angegeben worden.

Inzidenzwert in den vergangenen Tagen zurückgegangen

Im Burgenlandkreis an sich ist der Inzidenzwert in den vergangenen Tagen ebenso zurückgegangen. Er sank von 249,94 am 28. Dezember auf 228,69 am 4. Januar. Das sei eine erfreuliche Entwicklung, so Ulrich. Unerfreulich sei die Zahl der an oder mit einer Coronaerkrankung in diesem Zeitraum Verstorbenen. Deren Zahl bezifferte die Kreisverwaltung am Dienstag mit 28.

Insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn im Burgenlandkreis bis Montagabend nachweislich 4.015 Menschen mit dem Virus infiziert. Am Montag waren es 22. Montagabend gab es 944 Infizierte. 103 Menschen sind bis zu diesem Zeitpunkt hierzulande an oder mit Corona gestorben. Bei den Toten habe es sich vor allem, aber nicht nur um hochbetagte Menschen gehandelt. Das Altersspektrum reiche von 55 bis 96 Jahre. 120 der aktuell Infizierten werden stationär behandelt. Allein für das Zeitzer SRH-Klinikum wurde die Zahl der stationären Fälle mit 43 angegeben, zwei Menschen werden demnach intensivmedizinisch betreut.

Lage in den Pflegeheimen weiterhin angespannt

Die Lage in den Pflegeheimen und auch in den Kliniken in Zeitz, Naumburg und Weißenfels sei weiterhin angespannt. Derzeit seien 14 von 39 Pflegeeinrichtungen direkt vom Virus betroffen. In die Pflegeeinrichtungen werde das Virus von außen hineingetragen. Deshalb gelten dort weiterhin - zunächst bis Ende Februar - verschärfte Sicherheits- und Hygieneregeln. Das bedeutet zum Beispiel generelle Pflicht für Besucher, eine FFP2-Maske zu tragen und sich einem Coronaschnelltest zu unterziehen.

In zwei Heimen ist die Infektionsrate unter den Mitarbeitern so hoch, dass die Bewohner nur mit Hilfe von Kräften von außen versorgt werden können. Eines der Heime befindet sich in Zeitz. Um welches Heim es sich dabei handelt, wurde nicht genannt. Das Heim habe darum gebeten, es nicht zu benennen, hieß es auf MZ-Nachfrage.

In Weißenfels keine zusätzliche Maskenpflicht mehr

Um Bürgern einen Überblick über die im Kreis aktuell gültigen Corona-Schutz-Regeln zu geben, hat der Landkreis jetzt die Erste Corona-Schutz-Verordnung veröffentlicht. Sie war Dienstag unter anderem in der Mitteldeutschen Zeitung zu lesen und ist auch auf den Webseiten des Burgenlandkreises veröffentlicht. Mit dem Dokument wolle der Kreis den Bürgern ein Dokument in die Hand geben, in dem kompakt nachlesbar ist, was derzeit über die Landesregelungen hinaus hier gültig und zu beachten ist.

Die Regelungen können in den kommenden Tagen und Wochen allerdings verändert werden - sowohl verschärft als auch gelockert. Neu ist laut Ulrich, dass die nach einem positiven Schnelltest verpflichtende Quarantäne beendet werden kann, wenn ein regulärer Labortest die Infektion nicht bestätigt. Mit der neuen Verordnung gibt es in Weißenfels auch keine zusätzliche Maskenpflicht mehr. Zudem ist neu, dass auf Parkplätzen vor Einkaufsmärkten per Schild auf die Maskenpflicht hingewiesen werden muss. Dafür verantwortlich seien die Betreiber der Parkplätze. (mz)