Hochwasser an der Weißen Elster

Hochwasser an der Weißen Elster: Land unter zwischen Göbitz und Ostrau

Göbitz - Land unter zwischen Göbitz und Ostrau, Ordnungsamt sperrt Wege und Straßen. Bei schönem Wetter kommen Hunderte Schaulustige an die Ufer.

Von Yvette Meinhardt

Angespannt schaut André Jungk aus dem Fenster. Der Wirt des Radstopps gleich hinter dem Damm der Weißen Elster in Göbitz hat das steigende Wasser fest im Blick. „Wir haben schon mit dem Lockdown zu kämpfen, ein Hochwasser können wir jetzt gar nicht gebrauchen“, sagt Jungk. Entwarnung. Langsam kehrt die Elster zurück in ihr Flussbett. Glück gehabt, so denken viele Göbitzer.

„Die Lage in der Gemeinde Elsteraue war nicht bedrohlich“, sagt Peggy Berger, Chefin des Ordnungsamtes und stellvertretende Bürgermeisterin. In der Nacht zum Sonnabend war die Elster sehr schnell und sehr stark angestiegen. „Gleich am Samstagmorgen haben wir die Straße von Ostrau nach Reuden gesperrt“, fährt Peggy Berger fort. Die Warnstufe 1 wurde ausgerufen, denn der Pegel des Wasserstandes hatte 3,25 Meter erreicht und damit die erste Warnstufe.

Höhepunkt war Samstag gegen 23 Uhr

Höhepunkt war Samstag gegen 23 Uhr. Da lag der Pegel bei 4,70 Meter. Zum Vergleich: Zur Jahrhundertflut im Juni 2013 erreichte das Wasser 6,54 Meter und im vergangenen trockenen Sommer sank er auf gerade noch 1,92 Meter ab. Seit Sonntag 14 Uhr ging das Wasser wieder zurück.

Der Radweg gleich hinter der Mühle in Göbitz war mit rotweißen Bändern abgesperrt, die Holzbrücke aus Richtung Bornitz ebenso. Aber aus Richtung Maßnitz beispielsweise gab es keine Absperrungen. Am Sonntag nutzten Hunderte Schaulustige den Sonnenschein zu einem Ausflug entlang der Weißen Elster. Sie gingen „Hochwasser gucken“. An der Brücke der Umgehungsstraße nahe Bornitz parkten zahlreiche Autos, einzelne in Göbitz. Im kleinen beschaulichen Ostrau hingegen stauten sich die Autos.

„Unser ganzes Dorf war zugeparkt"

„Sie kamen aus Altenburg, Zwickau und sogar Chemnitz. Unser ganzes Dorf war zugeparkt. Menschen über Menschen waren gekommen, an Abstandhalten und Mundschutz hat von den Gaffern niemand gedacht. Ich möchte mal wissen, warum da das Ordnungsamt nicht kontrolliert hat, denn die wenigsten kamen aus einem Umkreis von 15 Kilometern“, ärgert sich ein älterer Anwohner mit Frau und Hund.

„Nun, man kennt solche Bilder aus dem Fernsehen, wenn die Ausflügler in den Harz fahren oder zum Fichtelberg. Doch sie gehen nur spazieren, da sehe ich keinen Handlungsbedarf“, sagt Peggy Berger. Und dass die Straße von Ostrau nach Reuden auch am Montag noch gesperrt blieb, liege nicht in ihrem Ermessen. „Das ist eine Landesstraße. Hier muss die Landesstraßenbehörde die Freigabe erteilen“, so Berger.

Entspannung in der Gemeinde Wetterzeube

Entspannung in der Gemeinde Wetterzeube. „Das Wasser ist um 80 Zenitmeter gesunken und durch die kalte Witterung sind die Wiesen gefroren“, beschreibt Bürgermeister Frank Jacob (Die Linke) die Situation am Montag. Nur in einem Hauskeller in der Mühle Wetterzeube war Wasser eingedrungen, ansonsten sei die Weiße Elster in ihrem Bett geblieben. „Auch wenn es in den nächsten Tagen regnet und taut, habe ich keine Bedenken wegen Hochwasser. Denn die Talsperren in Thüringen sind leer. Sie sollen sogar acht bis zehn Meter unter dem Pegel stehen“, sagt Jacob. (mz)