Hilfe für überlastetes Gesundheitsamt

Hilfe für überlastetes Gesundheitsamt: Soldaten unterstützen Landratsamt gegen Corona

Weißenfels/Zeitz - Schon ab Montag wird die Bundeswehr den Burgenlandkreis bei der Nachverfolgung von Corona-Kontakten unterstützen. Wo sich die Lage zugespitzt hat.

Von Alexander Kempf

Eigentlich hatte der Burgenlandkreis erst Anfang Dezember auf die Unterstützung der Bundeswehr gehofft. Zehn Soldaten hätten dem Gesundheitsamt dann helfen sollen, die Kontakte von Corona-Infizierten im Kreis zu ermitteln und so die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen.

Nun sollen schon ab kommenden Montag zwei Dutzend Soldaten das überlastete Gesundheitsamt entlasten. Das kündigte Landrat Götz Ulrich (CDU) an. Er hatte sich zuvor mit einem entsprechenden Ersuchen an die Armee gewandt und auf die zuletzt erneut gestiegenen Infektionszahlen reagiert. In der wöchentlichen Stabssitzung des Kreises waren am Mittwoch bereits zwei Soldaten anwesend, um einen schnellen und reibungslosen Start zu ermöglichen.

Auf die Soldaten wartet viel Arbeit

Auf die Soldaten wartet viel Arbeit. „Sie werden im Schichtdienst arbeiten“, kündigt der Landrat an. Und auch an den Wochenenden im Landratsamt im Einsatz sein. Doch nicht nur seitens der Armee darf die Kreisverwaltung auf Unterstützung hoffen. Auch zehn Bedienstete des Landes Sachsen-Anhalt könnten laut Götz Ulrich bald den Ordnungsdienst des Burgenlandkreises unterstützen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises steht wie viele andere im Land vor dem Problem, dass es immer schwieriger wird die Quellen von Corona-Infektionen auszumachen. Mit Blick auf die Neuinfektionen im Burgenlandkreis seit Anfang Oktober könne mittlerweile bei gut einem Drittel der Fälle nicht mehr nachverfolgt werden, wo sich die Personen angesteckt haben, informierte Amtsärztin Ina Schmidt am Mittwoch.

Ansteckungen im privaten Raum

Mehr als ein Fünftel der Neuinfektionen im besagten Zeitraum gehen auf Ansteckungen im privaten Raum zurück - also innerhalb von Familien oder Partnerschaften. Nicht wenige Menschen im Landkreis haben sich mittlerweile aber auch in medizinischen Einrichtungen oder Pflegeheimen angesteckt. Zusammengerechnet gehen darauf ebenfalls etwas mehr als ein Fünftel der Neuinfektionen zurück. Betroffen sind davon immerhin 74 Menschen. Wobei die Ansteckungen in Pflegeheimen überraschenderweise noch unter denen in medizinischen Einrichtungen liegen.

Seit Anfang Oktober sind laut Gesundheitsamt im Umfeld des Weißenfelser Schlachthofs 33 Ansteckungen mit Corona gezählt worden. Das entspricht immerhin neun Prozent aller Neuinfektionen seither.

Region Weißenfels bildet weiter einen Schwerpunkt im Landkreis

Die Region Weißenfels bildet mit 71 aktuell Corona-Infizierten weiter einen Schwerpunkt im Landkreis. Hier gibt es mehr Infizierte als in Naumburg (30) und Zeitz (11) zusammen. Und auch angrenzende Kommunen wie Lützen hatten zuletzt mit 18 Neuinfektionen in nur sieben Tagen einen starken Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt sind in Lützen aktuell 25 Infektionen bekannt. Hohenmölsen liegt bei 17 Infizierten, wobei auch hier in nur sieben Tagen 13 neue Fälle hinzugekommen sind. In Teuchern gibt es gegenwärtig 15 Infizierte.

Das Durchschnittsalter aller Corona-Infizierten im Landkreis liegt mittlerweile bei 50 Jahren. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen hatte sich die Zahl der Infizierten zuletzt fast verdoppelt, berichtete Amtsärztin Ina Schmidt. In stationärer Behandlung infolge einer Corona-Infektion befinden sich im Landkreis aktuell elf Personen. (mz)