Spatenstich

Großgörschener Grundschule: Boden und Preise in Bewegung

Spatenstich bei Großgörschener Grundschule. Wie der Anbau vorangeht.

Von Franz Ruch
Simone Starke (von links), Finanzchefin im Lützener Rathaus, Jens Wojtyschak, SPD-Bundestagskandidat und Ortsbürgermeister von Muschwitz, Jens Remler, Ortsbürgermeister von Großgörschen, Kerstin Voigt, Schulleiterin der Scharnhorst-Grundschule in Großgörschen und Leon Shoshaj, Geschäftsführer von LFD Bau & Isolierung, beim symbolischen Spatenstich für den Anbau an der Grundschule in Großgörschen.
Simone Starke (von links), Finanzchefin im Lützener Rathaus, Jens Wojtyschak, SPD-Bundestagskandidat und Ortsbürgermeister von Muschwitz, Jens Remler, Ortsbürgermeister von Großgörschen, Kerstin Voigt, Schulleiterin der Scharnhorst-Grundschule in Großgörschen und Leon Shoshaj, Geschäftsführer von LFD Bau & Isolierung, beim symbolischen Spatenstich für den Anbau an der Grundschule in Großgörschen. (Foto: Franz Ruch)

Grossgörschen/MZ - Etwa vier Jahre ist es her, da gab es für die „Scharnhorst-Grundschule“ im Lützener Ortsteil Großgörschen die ersten Pläne: Ein kleiner Anbau für Garderoben sollte entstehen, um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Dieser Plan wurde über die Jahre erweitert. Jetzt wird ein „Multifunktionsgebäude“ gebaut, welches auf 140 Quadratmetern künftig nicht nur Kleiderständer, sondern auch zusätzliche Räume, Toiletten, eine transportable Bühne, das Sekretariat und die Kantine beinhalten soll. Für das knapp 1,8 Millionen Euro teure Projekt trafen sich am Dienstag Vertreter von Verwaltung und Politik zum symbolischen Spatenstich.

Der tatsächliche „erste Spatenstich“ geschah früher, zum Beginn der Ferien. Kaum verabschiedeten sich die Grundschüler in ihren Sommerurlaub, rückten die Bagger an und begannen mit dem Abbruch des in die Jahre gekommenen Verbindungsbaus zwischen der „alten Schule“ im Backsteingebäude von 1894 und der „neuen Schule“ im DDR-Bau von 1962.

„Der Boden ist sehr bindig und bewegt sich“

Hinter den beiden Schulgebäuden, wo einst der Schulgarten war, ist jetzt für den neuen Anbau kubikmeterweise Erde ausgehoben. „Das war nötig, obwohl wir keinen Keller bauen“, sagt Arndt Kurze vom Lützener Bauamt gegenüber der MZ. Schuld sei der Boden, der wegen seiner geringen Tragfähigkeit ausgeschachtet, verfüllt und verdichtet werden musste. Die Lehm-Ton-Schwemme sei in der Region normal, aber ohne Mehrarbeit nicht bebaubar. „Der Boden ist sehr bindig und bewegt sich. Man konnte auf der Bausohle herumspringen, wie auf einem Sofa“, sagt Kurze.

Doch die Verwaltung hält an ihrem Plan fest: Weihnachten 2022 soll der Anbau übergeben werden. Nicht ganz so zielsicher ist man hingegen bei der Kalkulation. Bislang sind die Aufträge für Baustelleinrichtung, Abbrucharbeiten und Rohbau vergeben. Diese machen etwa ein Drittel der Gesamtkosten aus. Den Zuschlag für den Rohbau erhielt zuletzt die Firma LFD Bau & Isolierung aus Markranstädt, mit 414.199,34 Euro. Bisher habe es bei den Kosten noch keine großen Abweichungen gegeben, sagt Kurze. Doch die kritischen Momente kommen noch: Da zuletzt die Baupreise, etwa für Holz und Stahl, teils massiv gestiegen sind, müsse man sich für die weiteren Ausschreibungen überraschen lassen. Mit der Rohbau-Vergabe seien zwar die Unsicherheiten beim Stahl größtenteils abgedeckt. Doch die Holzpreise für die Dachkonstruktion könnten bis zur Vergabe Ende Dezember steigen.

„Wir haben gemerkt, dass die Bauarbeiten losgehen“

Unbekümmert von der Baupreisentwicklung sind indes die 94 Großgörschener Grundschüler nach den Ferien wieder in ihren Unterricht gestartet. „Wir haben gemerkt, dass die Bauarbeiten losgehen“, sagt Schulleiterin Kerstin Voigt und scherzt über die Herausforderung, das Interesse ihrer Schüler am Matheunterricht höher zu halten, als für die schaufelnden Maschinen vor den Klassenzimmerfenstern.

Auch sonst müssen die Schüler bis Ende nächsten Jahres in einigen Punkten zurückstecken: Ein Teil des Schulgeländes ist von Baumaterial blockiert. Bis zur neuen Kantine müssen sie außerdem ihr Mittagessen im Dorfkrug einnehmen und bis die Sanitäranlagen wieder da sind, im Container auf Toilette gehen. Immerhin: Die provisorische Heizung, die die aktuell demontierte ersetzt, soll in den nächsten Tagen kommen.