Kampf für um mehr Sicherheit

Gilt in Starsiedel bald ein Tempolimit?

Jahrelang haben die Starsiedeler darum gekämpft, dass sie gefahrlos über die Straße kommen. Auf was sie nun noch hoffen dürfen.

Von Holger Zimmer
Trotz Tempo 30 ist zuletzt wieder ein Fahrzeug in das Geländer gefahren, das den Fußweg zur Straße hin trennt. Foto: Holger Zimmer

Starsiedel - Es ist so etwas wie ein Geburtstagsgeschenk in tris-ten Corona-Zeiten, das nach einer späteren Nachfeier verlangt. Denn neben Schildern mit Tempo 30 ist jetzt auch das Verkehrszeichen „Spielende Kinder“ an beiden Starsiedeler Ortseingängen angebracht worden. Plötzlich waren sie laut Ortsbürgermeister Udo Scheunig (Bürgerliste) da, so dass er und seine Mitstreiter fast in Feierlaune gerieten.

Umgehungsstraße geplant - allerdings erst in 15 Jahren

Er sagt, dass sein Vorgänger im Bürgermeister-Amt, Hans-Jürgen Ritzschke, schon mal Tempo-30-Schilder angebracht hatte. Doch da man damals zwar noch selbstständig war, es sich aber um eine Landesstraße handelte, waren sie auch schnell wieder verschwunden. Dann wurde mit dem Bau des Zubringers von Hohenmölsen zur A38 begonnen. „Uns war klar, dass mit der Fertigstellung mehr Verkehr durch den Ort rast und vor allem mehr Schwerlastverkehr“, äußert Scheunig. Inzwischen ist im Beisein auch von Vertretern der Landesstraßenbaubehörde von einer Umgehung gesprochen worden, „doch das kann zehn oder 15 Jahre dauern, wie das Beispiel Theißen gezeigt hat“.

Lange wurde nach Alternativen gesucht, um Kindern, die zum Schulbus müssen, aber auch Senioren eine gefahrlose Überquerung über die Landesstraße zu ermöglichen. Letztere kommen aus dem historisch gewachsenen Ortskern und gehen oft auf den Friedhof. Schüler laufen von beiden Seiten der Straße zum Buswendeplatz und Kindergartenkinder kommen auch aus der Siedlung, die ein paar Jahre nach der Wende gebaut worden war.

Diese Schilder sollen die Situation beruhigen.
Foto: Holger Zimmer

Mehr Sicherheit: Tempo 30 soll Brummis daran hindern, zu schnell zu fahren

Deshalb hatte es 2018 eine Unterschriftensammlung in Starsiedel gegeben. Mütter und Väter sammelten Unterschriften, die 380 der insgesamt 650 Dorfbewohner unterzeichneten. Es hätten noch mehr sein können, wenn man die Listen nicht im Stadtrat hätte übergeben müssen, damit sie rechtzeitig Kreis- beziehungsweise Landtag erreichen. Denn Fakt ist, dass Starsiedel in einer Senke liegt, in die sich Kraftfahrer rollen lassen, ohne zu bremsen. Sogar eine Verkehrszählung hatte man mal durchgeführt.

Dabei wurde das Tempo in den fünf Minuten vor Ankunft und nach der Abfahrt des Schulbusses bei rund 60 Fahrzeugen gemessen. Nur ein kleiner Teil lag bei 50 Kilometern in der Stunde. Das Gros war mit bis zu 70 Sachen unterwegs und ein Auto sogar mit 100 Kilometern in der Stunde. Bei der Befragung hatte sich die Mehrheit für eine Ampel entschieden, die nie aufgestellt wurde. Auch Blitzer und Tempo 30 schieden damals aus und für eine Verkehrsinsel reichte das Geld nicht. Nun soll es die Geschwindigkeitsbegrenzung richten, bis mit einer Umgehung der Verkehr radikal zurückgehen wird. (mz)