Ringen um die Staatskanzlei

FDP-Chef vom Burgenlandkreis über die Koalitionsgesprächen in Magdeburg

Der FDP-Chef im Burgenlandkreis beteiligt sich an den Koalitionsgesprächen in Magdeburg. Welche Akzente er dabei setzen möchte

Maximilian Gludau (Mitte) war kürzlich mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Marcus Faber (links) zu Gast beim Weißenfelser Klosterverein und dessen Vorsitzenden, Olaf Brückner.
Maximilian Gludau (Mitte) war kürzlich mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Marcus Faber (links) zu Gast beim Weißenfelser Klosterverein und dessen Vorsitzenden, Olaf Brückner. (Foto: Sören Kohse)

Weissenfels/Magdeburg/MZ - Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, SPD und FDP zur Bildung der künftigen Landesregierung Sachsen-Anhalts haben begonnen. Am Verhandlungstisch in Magdeburg sitzt auch der Vorsitzende der FDP im Burgenlandkreis, Maximilian Gludau. Im Gespräch mit MZ-Reporter Martin Walter erzählt der 22-jährige Jura-Student aus Weißenfels, wie die ersten Gespräche verliefen.

Herr Gludau, Sie haben bei der Landtagswahl den Einzug ins Parlament knapp verpasst, stehen nun als erster Nachrücker auf der FDP-Liste. Wie kommt es, dass Sie an den Koalitionsverhandlungen teilnehmen?

Maximilian Gludau: Zu den Verhandlungen haben sich elf Arbeitsgruppen gebildet, in die jede Partei bis zu fünf Mitglieder entsendet. Als verkehrspolitischer Landessprecher der FDP bin ich in der Arbeitsgruppe, die sich mit Infrastruktur und Landesentwicklung beschäftigt.

Wie beurteilen Sie es, dass es - sofern die Verhandlungen gelingen - auf eine sogenannte Deutschland-Koalition hinauslaufen wird?

Gludau: Ich bin sehr froh darüber, dass wir voraussichtlich die Grünen in der Landesregierung ersetzen und schätze den Erfolg viel höher ein, als es bei Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition gewesen wäre.

Warum?

Gludau: Inhaltlich stehen wir der CDU, aber auch der SPD viel näher als den Grünen. Als Verkehrspolitiker wäre es für mich ein Schreckensszenario, wenn Cornelia Lüddemann von den Grünen Landesverkehrsministerin werden würde. Ein Beispiel ist der Ausbau der Autobahn 14, den die Grünen seit Jahren blockieren. Ich bin auch für Naturschutz, aber wir müssen die Balance zwischen Mensch und Natur schaffen. Wir reden seit 30 Jahren über den Ausbau der Autobahn. Es kann doch nicht sein, dass die Menschen so lange auf diese wichtige Nord-Süd-Verbindung warten müssen.

Mittwochabend war das erste Treffen der Arbeitsgruppe. Wie lief es ab?

Gludau: Es war parteiübergreifend eine super Stimmung. Alle wollen etwas für das Land bewegen und stehen der Deutschland-Koalition sehr positiv gegenüber. Wir haben die Punkte zur Verkehrspolitik und Landesentwicklung der drei Parteien zusammengetragen und uns ausgiebig darüber ausgetauscht. Ich sehe nach der Sitzung keine unüberbrückbaren Differenzen.

Mit ihren 22 Jahren sind Sie ja noch recht jung. Nehmen Sie die älteren Verhandlungspartner ernst?

Gludau: Es stimmt schon, dass sehr wenige jungen Menschen am Verhandlungstisch sitzen. Da ich aber schon lange im FDP-Landesvorstand aktiv bin, kenne ich rund 70 Prozent der Leute, die in der Arbeitsgruppe sind und werde von ihnen auch ernst genommen.

Was können Sie bei den Verhandlungen für den Burgenlandkreis rausholen?

Gludau: Ich möchte keine Nord-Süd-Feindschaft im Land aufmachen. Der Burgenlandkreis ist verkehrstechnisch bereites gut angebunden. Hier ist es im Hinblick auf den Strukturwandel vor allem wichtig, für eine gute Landesentwicklung zu sorgen, nachhaltige Technologie und Industrie anzusiedeln und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür wollen wir uns einsetzen.