Burgenland-Gymnasium Laucha

Burgenland-Gymnasium Laucha: Lehrer aus Berufung

Laucha - Viel Wirbel um seine Person mag Dieter Setzer nicht. „Ich bin doch nur der Schulleiter“, sagt er. Eine gute Schule macht die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium aus. Obwohl, Schulleiter an einem Gymnasium sei kein leichter Job, aber ein schöner, fügt Setzer lachend hinzu. Doch die Tage vor den Sommerferien waren die letzten seiner beruflichen Laufbahn. Er geht nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand. Im April wurde Setzer 65 Jahre alt. 13 Jahre lang prägte der Oberstudiendirektor die Entwicklung des Burgenlandgymnasiums Laucha ...

Von Gudrun Schröder 30.06.2018, 06:31

Viel Wirbel um seine Person mag Dieter Setzer nicht. „Ich bin doch nur der Schulleiter“, sagt er. Eine gute Schule macht die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium aus. Obwohl, Schulleiter an einem Gymnasium sei kein leichter Job, aber ein schöner, fügt Setzer lachend hinzu. Doch die Tage vor den Sommerferien waren die letzten seiner beruflichen Laufbahn. Er geht nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand. Im April wurde Setzer 65 Jahre alt. 13 Jahre lang prägte der Oberstudiendirektor die Entwicklung des Burgenlandgymnasiums Laucha mit.

Dieter Setzer ist in Lübbenau, im Spreewald, aufgewachsen. Nach dem Abitur und der anderthalbjährigen Armeezeit begann 1973 sein Pädagogikstudium in den Fächern Geografie und Biologie an der Universität in Greifswald, das er als Diplomlehrer abschloss. Hier lernte er seine Frau kennen, die ebenfalls ein Lehrerstudium absolvierte und in Merseburg eingesetzt wurde. Da Setzer inzwischen verheiratet war, hatte er gute Chancen, ebenfalls nach Merseburg zu kommen.

Zu Beginn seiner Lehrerzeit unterrichtete er an der Hermann-Matern-Oberschule mit erweitertem Russischunterricht, wo er in verschiedenen Klassen als Klassenleiter eingesetzt war. Von 1985 bis 1990 war Setzer zugleich als Fachberater für Geografie des Kreises Merseburg tätig und Mitglied der Expertenkommission für geografische Unterrichtsmittel bei der Akademie der pädagogischen Wissenschaften in Berlin. Von 1990 bis 1991 übernahm Setzer das Amt des Direktors an der POS „Deutsch-Sowjetische-Freundschaft“ in Merseburg.

Setzer erzählte, dass nach der Wende die Schulleiter durch das Land neu bestellt wurden. Er bewarb sich für ein Gymnasium und wurde 1991 zum Leiter des Geiseltalgymnasiums Mücheln berufen. Dazu kamen ein mehrwöchiger Studienaufenthalt an der Richland Highschool im US-Staat Mississippi, der Bau eines Eigenheimes in Braunsbedra und 1998 seine Promotion in Greifswald. Politisch engagierte sich der Schuldirektor sieben Jahre bis 2004 als Mitglied des Stadtrates Braunsbedra und des Kreistages des Kreises Merseburg-Querfurt. Ein Neuanfang im Burgenlandgymnasium Laucha begann mit einem Anruf im August 2005, der ihn zur vorgesetzten Behörde nach Halle bat. Ihm wurde eröffnet, dass eine Versetzung nach Laucha vorgesehen sei. Er hatte 24 Stunden Zeit, sich mit seiner Familie zu besprechen und zu entscheiden. „Die waren etwas unruhig“, gab Setzer zu. Er sagte jedoch zu.

In den 13 Jahren hat Setzer in der Schule seine Spuren hinterlassen. Sein Beruf sei für ihn stets Berufung und Herzensangelegenheit gewesen. Seiner Maxime, sich als Dienstleister zu sehen, sei er immer treugeblieben. „Wir sind für die Kinder da. Die Schüler sind so gut, wie ihr Lehrer. Als Lehrer muss ich es verstehen, zu begeistern“, erläuterte er. Im Mittelpunkt habe bei ihm der Lernerfolg der Schüler gestanden, da habe er einiges bewegt. Dies beweise jährlich der gute Durchschnitt der Abi-Noten, der unter dem Landesdurchschnitt liegt. Wichtig waren für den Schulleiter die Kontakte zur Stadt, zur regionalen Wirtschaft, die Entwicklung eines Schullogos, der Ausbau und die Erweiterung der schulinternen Profilfächer Weinbau und Segelflugsport sowie die Schulpartnerschaften mit Gymnasien in Armenien, Israel, Russland, Polen und den Niederlanden.

Mit dem Ruhestand beginnt für ihn die Zeit „für die schönen Dinge des Lebens“. „Natürlich verlasse ich die Schule mit gemischten Gefühlen. Aber ich konnte mich auf den letzten Tag lange genug einstellen.“ Er sei nicht der Typ, der sagt: „Es reicht, es ist genug“. Junge Leute müssen nachrücken. Sie bringen neue Ideen und Erkenntnisse mit.

Zunächst will der Braunsbedraer es genießen, morgens nicht mehr los zu müssen. Doch er hat sich vorgenommen, seiner Frau das Frühstück zu bereiten, die Hauswirtschaft zu erledigen und Mittagessen zu kochen. Wenigstens bis November. Dann hängt auch die Lehrerin für Mathematik und Physik an der Sekundarschule in Braunsbedra ihren Schuldienst an den Nagel.

Er habe immer zu tun, kann sich in seiner Freizeit beschäftigen. Da warten seine Sammlungen von Füllhalter und Glashütte-Uhren auf ihn. Im Frühjahr geht es mit der Tomatenzucht auf zwei Versuchsbeeten weiter, die er ausbauen möchte. „Vielleicht engagiere ich mich im sozialen Bereich. Da gibt es genug Möglichkeiten“, fügt Setzer hinzu. Es gebe viele Sachen, die er machen kann. Weitere gemeinsame Reisen mit seiner Frau, aber außerhalb der Ferienzeiten, abseits der Massen. Oder Besuche bei den Kindern: der Tochter, die als Juristin in Berlin lebt, dem Sohn, der als Anwalt in Hannover arbeitet. „Es können öfter Familientreffen stattfinden“, freut sich der Opa einer neunjährigen Enkelin auf seinen unruhigen Ruhestand.