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Stadtentwicklungskonzept Stadtentwicklungskonzept: Zauberwort heißt für Planer Stadtumbau

Von Diana Dünschel 27.11.2001, 18:01

Weißenfels/MZ. - Das Stadtentwicklungskonzept Weißenfels 2010 stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Was Dr. Iris Reuther vom Leipziger Büro für urbane Projekte dabei an Zahlen, Prognosen und Trends präsentierte, war nicht sonderlich überraschend und meist durch eine steil abfallende Fieberkurve gekennzeichnet.

Weißenfels wird kleiner und seine Bevölkerung im Durchschnitt älter als heute sein, so eine ihrer Aussagen. Wenn nichts unternommen werde, gebe es 2015 wahrscheinlich noch 26 900 von derzeit 32 000 Einwohnern. Die Leerstandsquote steige von heute 21 auf 29 Prozent, so die Statistiker. Im Konzept gehe es deshalb darum, Stärken und Potenziale der Kreisstadt aufzuzeigen, Strategien und Vorschläge für unterschiedliche Stadtteilprofile zu entwickeln. Dabei gehe es nicht um Abrisspläne, fügte Iris Reuther hinzu. Man müsse bedenken, dass die Zahl der Single-Haushalte zunehme und bereits 2010 die meisten Haushalte aus einer oder zwei Personen bestehen. Der Trend gehe auch deutlich weg vom Geschosswohnungsbau und hin zu Ein- und Zwei-Familien-Häusern. Als einen weiteren wichtigen Ausgangspunkt nannte sie die derzeit höchsten Leerstandsquoten in der Altstadt, der Stadtmitte und der Neustadt.

Die Empfehlung der Leipziger lautete unter dem Strich, die Ausdehnung Weißenfels'' zugunsten von landschaftlichem Grün und die Dichte zugunsten von wohnungsnahem Grün zu verringern. Wenn sich die Großsiedlungen, wie der Kugelberg, nicht verändern, prognostizierte sie für die nächsten Jahre 6 000 leere Wohnungen in der Kreisstadt. Ihr Zauberwort hieß deshalb Stadtumbau. Man brauche ein neues Leitbild, wie zum Beispiel "Grüne Stadt an der Saale", und sollte die Prioritäten in der Altstadt, Neustadt, in Süd und am Kugelberg setzen. Dass aber selbst bei der optimistischsten Annahme die Einwohnerzahl sinke und sich die Leerstandsquote auf "nur" 26 Prozent erhöhe, wurde den Stadträten nicht verschwiegen.

"Wir haben durch einen Stadtumbau die Chance, Bausünden der Vergangenheit zu korrigieren. Das geht natürlich nicht ohne die Wohnungsverwaltungen und die Vertreter der Immobilienwirtschaft. Doch vieles muss bedacht werden, vor allem die Kosten", äußerte sich anschließend Oberbürgermeister Manfred Rauner. Das Konzept wird in der nächsten Ausschusssitzung noch einmal auf der Tagesordnung stehen und soll Mitte Dezember im Stadtrat beschlossen werden. Seine Erarbeitung hatte die Landesregierung gefordert.