Roberto lehrt Norwegisch

Zeitz/MZ. - Der Freund von Jana Keil arbeitet bereits in Norwegen, und auch sie will dort einen beruflichen Neuanfang starten. Grund genug, sich mit der Sprache zu befassen. Das tut sie gemeinsam mit Tina Sitte, der Schwester ihres Freundes, in der Volkshochschule am Zeitzer Nicolaiplatz. Sigrun Schilling dagegen will endlich die Sprache des Landes ein wenig besser sprechen, in dem sie Dauerurlauber ...

Von Angelika Andräs

Der Freund von Jana Keil arbeitet bereits in Norwegen, und auch sie will dort einen beruflichen Neuanfang starten. Grund genug, sich mit der Sprache zu befassen. Das tut sie gemeinsam mit Tina Sitte, der Schwester ihres Freundes, in der Volkshochschule am Zeitzer Nicolaiplatz. Sigrun Schilling dagegen will endlich die Sprache des Landes ein wenig besser sprechen, in dem sie Dauerurlauber ist.

Bei diesem Tun hilft der Dozent. In diesem Fall ist es Roberto Steffens Villarreal. Der 37-jährige hauptberufliche Übersetzer und Sprachlehrer kommt zum Unterricht aus Leipzig. Geboren wurde er allerdings in Südamerika, lebt aber schon 20 Jahre in Europa. Studiert hat er an der Universität Leipzig und sein großes Hobby, Sprachen, zum Beruf gemacht.

Er spricht, nun ja etwa ein Dutzend Sprachen, unterrichtet neben Norwegisch auch Schwedisch, Dänisch, Portugiesisch, Italienisch, baltische Sprachen. Ja, das seien schon auf den ersten Blick sehr verschiedene Sprachen, meint er, aber schließlich haben sie alle einen Ursprung in der indo-europäischen Sprachfamilie. Und ja, seine Begabung gehe natürlich in Richtung Sprachen. Was aber bei ihm nicht heißt, dass ihn Mathematik weniger interessiere. "Mathematik ist doch schließlich auch eine Sprache, eine numerische Sprache, eine natürliche Sprache", kontert er die Frage. "In allen Sprachen steckt ohnehin sehr viel mehr, Kultur, Geschichte und der Mensch selbst", sagt er und setzt lachend hinzu, "den man immer am wenigstens versteht." Nach Zeitz kam er auf Empfehlung eines Freundes, nachdem er hier schon als Dolmetscher gearbeitet hatte. Auch in Weißenfels unterrichtet er. Die unterschiedliche Motivation seiner Schüler kennt er, sie alle sollen bei ihm lernen, sich in der noch fremden Sprache auszudrücken, etwas zu verstehen. Für den Anfang. Ob es nun darum geht, wie bei Stefan Hartwig und Sascha Härtel, bei ihren Besuchen in Norwegen auch die Sprache zu sprechen oder ob es Gehirnjogging sein soll, wie bei Rosmarie Matuszewski, die russisch und englisch spricht und einfach Freude an Sprachen hat. Cathleen Hebestreit will in absehbarer Zeit in Stavanger arbeiten. Die norwegische Sprache wird damit für sie ein Muss. "Ich komme ganz gut zurecht", meint die 35-Jährige. "Aber man muss schon was tun", bringt es Sylvia Ködderitzsch, die ihre Verwandten in Norwegen besuchen will, auf den Punkt, "aber sonst müsste man es ja auch nicht machen."