Geburtsstunde von Zeitzer Guss
Silbitz/Zeitz/MZ. - Voller Stolz verkündete am Freitag im Nachbarland Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) die gute Nachricht: Der Gießerei-Spezialist Silbitz Guss (Thüringen) baut in Zeitz eine neue Gießerei (die MZ berichtete). Haseloff: "Wir sind froh, dass es diesen Tag gibt." Dies sei im Kernland der industriellen Entwicklung Mitteldeutschlands ein Ereignis, das eine gesamte Region stärken werde. Und zwar länderübergreifend.
Rund 26 Millionen Euro werden in die Fabrik, die auf dem Gelände des Zemag Neuwerkes errichtet wird, investiert. 180 Arbeits- und zwölf Ausbildungsplätze sollen am neuen Standort entstehen, präzisierte Silbitz Guss-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Maruschky. Er betonte, dass die Firma in Zeitz "Zeitzer Guss" heißen und eine 100-prozentige Tochter der Silbitz Beteiligungsgesellschaft sein werde.
Mit der Produktion am Standort Zeitz will der Gießerei-Spezialist von Weltgeltung, der an seine Kapazitätsgrenze gekommen sei, seine Produktpalette erweitern und Einzelteile aus hochwertigem Sphäroguss bis zu 30 Tonnen Gewicht herstellen sowie mechanisch bearbeiten. In Silbitz sei das derzeit nur für Teile bis maximal acht Tonnen möglich.
Dr. Frank Göttert, Technischer Geschäftsführer von Silbitz Guss, begründete die Entscheidung für Zeitz unter anderem mit sehr guten Förderbedingungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Ost. Für Zeitz habe zudem der Zustand und die Verfügbarkeit der Zemag-Hallen, das Vorhandensein entsprechender Anschlüsse für Gas, Wasser und andere Medien, das Arbeitskräftepotential und auch die Nähe zu Silbitz gesprochen. Göttert verwies auch auf die Gießerei-Tradition in der Elsterstadt mit dem Werk in Zeitz-Rasberg.
Die mechanische Bearbeitung von Guss-Teilen in Zeitz soll bereits Ende des zweiten Quartals 2008 in Zeitz beginnen. Es sei vorgesehen, zunächst rund 7000 Tonnen Gussteile von Silbitz nach Zeitz zu liefern und hier weiter zu bearbeiten. Ab 2009 sollen dann in der Elsterstadt Schmelzbetrieb und andere Arbeitsgänge dazu kommen.
Haseloff bezeichnete die Investition als Botschaft für Zeitz. Der Verlust der Zemag sei vor Jahren ein Schicksalsschlag für Zeitz und viele Zeitzer gewesen, mit dem dieser Industriestandort an Selbstvertrauen verloren habe. Die neue Ansiedlung sei ein Zeichen, dass Zeitz ein Top-Industriestandort sei und man hier ein Zeichen für mitteldeutsche Entwicklung über Landesgrenzen hinweg setzen könne.