Filmaufnahmen

Filmaufnahmen: ZDF-Dokumentation zum Mord an Andreas Oertel

Naumburg. - "Warum musste Andreas Oertel streben?" ist der Titel eines Dokumentarfilms, der Dienstag, 10. August, 22.45 Uhr, im ZDF ausgestrahlt wird. Der Streifen läuft in der Dokureihe "Der Fall". Michael Heuer zeichnet als Autor des Films verantwortlich. Der 49-jährige Fernsehjournalist widmet sich seit Jahren der besonderen Aufarbeitung von Kriminalfällen. Gemeinsam mit Heiner Gatzemeier realisierte er unter anderem die Serie "Im Netz der Mordkommission". Heuer war bereits kurz nach dem Mord an Andreas Oertel im letzten Jahr in Naumburg und hatte damals schon die Berichterstattung für das ZDF ...

Von Helga Heilig 05.08.2004, 14:28

"Warum musste Andreas Oertel streben?" ist der Titel eines Dokumentarfilms, der Dienstag, 10. August, 22.45 Uhr, im ZDF ausgestrahlt wird. Der Streifen läuft in der Dokureihe "Der Fall". Michael Heuer zeichnet als Autor des Films verantwortlich. Der 49-jährige Fernsehjournalist widmet sich seit Jahren der besonderen Aufarbeitung von Kriminalfällen. Gemeinsam mit Heiner Gatzemeier realisierte er unter anderem die Serie "Im Netz der Mordkommission". Heuer war bereits kurz nach dem Mord an Andreas Oertel im letzten Jahr in Naumburg und hatte damals schon die Berichterstattung für das ZDF übernommen.

Einige Wochen lang hat er sich mit seinem Team in Naumburg umgesehen, hat mit Nachbarn gesprochen, und zum Teil die Eltern der jugendlichen Täter interviewt. Heuers Interesse galt auch der Person Oertels und der Tragik seines Schicksals. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Frage, wie die Menschen in einer Stadt wie Naumburg mit einem so ungeheuerlichen, unfassbaren Mord umgehen, wie er verarbeitet wird und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Auf den Film gebannt wurde auch eine Diskussionsrunde mit Jugendlichen aus dem Jugendhaus Fischgasse und dem Intendanten des neuen theater Halle, Peter Sodann. Sodann hat Oertel über Jahre gut gekannt. Der Ermordete war ein großer Freund des Theaters und hat kaum ein neues Stück - weder in Halle noch anderswo - verpasst. Heuer lässt zudem ehemalige Betreuer, den ermittelnden Staatsanwalt und andere zu Wort kommen. Nach dessen Tod habe er den Ermordeten als einen "ehrlichen naiven Menschen kennen gelernt, der andere ungefiltert akzeptierte", so Heuer im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach menschlichem Maß nicht fassbar sei, dass der Mord, der sich über Tage hinzog, nicht gestoppt werden konnte. "Die Unbarmherzigkeit, einen Schwachen ins Jenseits zu schicken, ist nicht zu fassen", stellte Heuer fest.