Ausstellung mit Kleinplastiken

Etwa 100 neue Fatschenkinder in Schloss Moritzburg in Zeitz

Julia Schleicher bei den Vorbereitungen zu der Ausstellung in der Moritzburg Zeitz.
Julia Schleicher bei den Vorbereitungen zu der Ausstellung in der Moritzburg Zeitz. (Foto: René Weimer)

Zeitz/MZ - Die in Halle lebende Künstlerin Julia Schleicher bereitet im Museum Schloss Moritzburg in Zeitz eine Installation vor, die Besucher ab 18. September anschauen können. Schleicher wird etwa 100 Fatschen zeigen. Dabei handelt es sich um winzige Darstellung eines sogenannten Fatschenkindes hinter Glas - ein Andachtsbild mit Jesuskind. Der Ausdruck „fatschen“ bedeutet „eng wickeln“. Solche Fatschenkinder waren früher weit verbreitet und wurden häufig in kleine Kästchen gebettet und mit Schmuck verziert. Novizinnen erhielten sie beim Eintritt ins Kloster, auch Hochzeitspaare bekamen sie geschenkt.

Die Bildhauerin sei von diesen Fatschen angetan und habe sich bildhauerisch mit der typischen zylindrischen Form der Fatschenkinder, die abstrahiert wie Larven wirken, und den Aspekten des „Wickelns“ befasst. So seien Kleinplastiken von Fatschenkindern aus Gips, Eisen, Aluminium und Beton.

Zehn Künstlerinnen und Künstler in zehn Museen und Gedenkstätten

Es ist die vierte Ausstellung, die im Rahmen des Heimatstipendiums#2 zu sehen ist. Das Projekt, einmalig in Deutschland, wurde von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt initiiert und findet nun schon zum zweiten Mal statt. Zehn Künstlerinnen und Künstler haben dabei in zehn Museen und Gedenkstätten Bestände und Exponate gesichtet und mit eigenen Arbeiten darauf reagiert.

Julia Schleicher ist 1983 in Köln geboren worden und studierte in Dresden Theaterplastik und in Halle an der Burg Giebichenstein Bildhauerei.

Die Ausstellung in Zeitz ist bis zum 28. November zu sehen.