Wittenberg

Wittenberg: Erinnerung an Käthe Bosse

wittenberg - Zu einer Gedenkveranstaltung für Käthe Bosse wird am 16. Dezember in die Kapelle der alten Bosse-Klinik in der Wittenberger Heubnerstraße eingeladen. Darüber informiert Heinz Thieme und kündigt als „Hauptredner“ Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) an. Zudem werden Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche Wittenbergs sowie der Vorstand der Jüdischen Gemeinde aus Dessau erwartet. Ihre Teilnahme zugesagt hätten Vertreter von Stadt und Landkreis sowie Mitglieder der Familie Bosse. Umrahmt werde die Veranstaltung durch die Kreismusikschule Wittenberg unter der Leitung von Michael ...

Zu einer Gedenkveranstaltung für Käthe Bosse wird am 16. Dezember in die Kapelle der alten Bosse-Klinik in der Wittenberger Heubnerstraße eingeladen. Darüber informiert Heinz Thieme und kündigt als „Hauptredner“ Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) an. Zudem werden Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche Wittenbergs sowie der Vorstand der Jüdischen Gemeinde aus Dessau erwartet. Ihre Teilnahme zugesagt hätten Vertreter von Stadt und Landkreis sowie Mitglieder der Familie Bosse. Umrahmt werde die Veranstaltung durch die Kreismusikschule Wittenberg unter der Leitung von Michael Marinov.

Verfolgt von Nazis

Am 16. Dezember jährt sich Käthe Bosses Todestag zum 70. Mal. Wegen ihrer jüdischen Herkunft war die evangelisch getaufte Christin von den Nazis verfolgt worden. Seit August 2009 erinnert an Bosse ein Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig vor der ehemaligen Klinik in der Heubnerstraße 22. Die Inschrift lautet: „Hier wohnte Käthe Bosse, geb. Levin, Jahrgang 1886, verhaftet 21. 7. 1944 Zuchthaus Halle, deportiert 1. 11. 1944 Ravensbrück, ermordet 16. 12. 1944.“ Bosse war die Ehefrau des Chirurgen, Geburtshelfers und Gynäkologen Paul Bosse. Dieser war zunächst als Chefarzt am damaligen Paul-Gerhardt-Stift beschäftigt. 1935 wurde sein Arbeitsvertrag dort beendet - wegen der jüdischen Vorfahren seiner Frau. Bosse eröffnete daraufhin seine eigene Geburtsklinik. Er starb im März 1947. Zwei Jahre später übernahm der Caritasverband Magdeburg die Trägerschaft der Klinik. In den 1990er Jahren kam es infolge des Geburtenrückgangs zu einer Neuprofilierung zu einem Fachkrankenhaus für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit Sitz in der Hans-Lufft-Straße. Träger der Klinik Bosse sind seit 1999 die Gesellschaften der Alexianerbrüder.

Andacht am Grab

Eröffnet wird die Veranstaltung am 16. Dezember um 18 Uhr von Nikolaus Särchen, Chefarzt in der Bosse-Klinik. Wie Thieme, der das Programm in Zusammenarbeit mit der „Aktion Stolpersteine“ gestaltet, weiter mitteilt, werde es im Verlauf auch um Lebensstationen von Käthe Bosse gehen. Im Anschluss an eine ökumenische Andacht mit Superintendent Christian Beuchel und dem katholischen Pfarrer Markus Lorek soll es eine „Kranz- und Blumenniederlegung“ am Stolperstein geben. Wie es weiter heißt, werden die Blumen am Folgetag zu Käthe Bosses Grab auf den Friedhof in der Dresdener Straße gebracht. Dort finde um 11 Uhr eine kleine Andacht statt. (mz/cni)