Weltausstellung

Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ in Wittenberg : Flüchtlingsboot am Haken

Wittenberg - Einen Monat nach Eröffnung der Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ ist jetzt das angekündigte Flüchtlingsboot in Wittenberg eingetroffen. Nach Auskunft von Christof Vetter, Pressechef des Organisationsvereins r 2017, kam es in der Nacht zu Freitag auf einem Tieflader ...

Von Corinna Nitz 24.06.2017, 11:00

Einen Monat nach Eröffnung der Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ ist jetzt das angekündigte Flüchtlingsboot in Wittenberg eingetroffen. Nach Auskunft von Christof Vetter, Pressechef des Organisationsvereins r 2017, kam es in der Nacht zu Freitag auf einem Tieflader an.

Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“: Flüchtlingsboot in Wittenberg angekommen

.Freitagvormittag wurde es mit Hilfe zweier Kräne an seinem Bestimmungsort oberhalb des Schwanenteichs und in Sichtweite der dort befindlichen Flechtboote abgesetzt. Im Torraum Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung machen diese wie berichtet auf die europäische Migrations- und Asylpolitik aufmerksam.

Eindrücklich ergänzt, respektive vollendet wird die Installation, die von Studierenden der Fachhochschule Salzburg entwickelt wurde, nun durch das Flüchtlingsboot. 2014 sind damit 244 Menschen von Afrika übers Mittelmeer nach Sizilien gelangt. Die Enge auf dem 15,7 Meter langen, 4,7 Meter breiten und nicht ganz fünf Meter hohen Seelenverkäufer muss unvorstellbar gewesen sein. Vetter zufolge haben alle 244 überlebt. Keine gesicherten Angaben liegen darüber vor, was aus ihnen wurde. Man sei bemüht, einige Biografien dieser Menschen zu rekonstruieren.

Flüchtlingsboot darf nicht betreten werden

Ausdrücklich weist Vetter darauf hin, dass das Boot von niemandem betreten werden darf, dies sei zu gefährlich. Die Rede ist u. a. von rostigen Nägeln, an denen man sich verletzen könnte. Um den Kahn zu stabilisieren, wurde der Untergrund entsprechend vorbereitet, zudem haben Volunteers von r 2017 drei Tonnen Sand in Säcke gefüllt, mit denen das Boot nun befüllt, ergo zusätzlich beschwert wird. Bis Montag hoffe man, fertig zu werden. Dann soll auch die Kabine wieder aufgesetzt sein, die während des langen Schwerlasttransports abgenommen worden war. Sie wären sonst nicht unter den Brücken hindurchgekommen, sagt Vetter, der betont, es sei immer klar gewesen, dass das Flüchtlingsboot nicht zur Eröffnung der Weltausstellung in Wittenberg sein könne. Es gab Wartezeiten, vieles war mit Behörden zu klären. Italienische Behörden waren es, die 2014 das Holzboot beschlagnahmt hatten, nachdem es mit den 244 Menschen aus Afrika in Sizilien gelandet war. (mz)