„Reformationsstadt Europas“

„Reformationsstadt Europas“: Wittenberg darf sich mit einem Logo mehr schmücken

Wittenberg/MZ - Die Lutherstadt ist in der Lutherdekade jetzt um ein Logo reicher: Ab sofort darf sie sich mit dem Titel „Reformationsstadt Europas“ schmücken und bei entsprechenden Aktivitäten Kirche und Kreuz in Blau auf weißem Grund einsetzen. Wittenberg ist allerdings nicht die erste deutsche Stadt auf dem Kontinent, die diese Bezeichnung führt, dies kommt seit Jahresbeginn dem norddeutschen Emden zu, das seinerzeit (ebenfalls) ein wichtiges Zentrum der Reformation war. Wittenbergs unbestrittene Prominenz hatte freilich auch Vorteile im Verfahren: Bei der Bewerbung, so Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) habe man nichts begründen ...

Von irina steinmann

Die Lutherstadt ist in der Lutherdekade jetzt um ein Logo reicher: Ab sofort darf sie sich mit dem Titel „Reformationsstadt Europas“ schmücken und bei entsprechenden Aktivitäten Kirche und Kreuz in Blau auf weißem Grund einsetzen. Wittenberg ist allerdings nicht die erste deutsche Stadt auf dem Kontinent, die diese Bezeichnung führt, dies kommt seit Jahresbeginn dem norddeutschen Emden zu, das seinerzeit (ebenfalls) ein wichtiges Zentrum der Reformation war. Wittenbergs unbestrittene Prominenz hatte freilich auch Vorteile im Verfahren: Bei der Bewerbung, so Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) habe man nichts begründen müssen.

Die Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa wurde 1973 gegründet, um das Trennende zwischen den (evangelischen) Kirchen - Lutheraner, Reformierte, Calvinisten, Mennoniten etc. - zu überwinden („Kirchen dürfen unterschiedlich sein“) und den Gedanken einer europäischen Christenheit zu transportieren.

Der Status „Reformationsstadt Europas“ ist Teil des 2012 initiierten Projekts „Europa reformata“ der in Wien ansässigen Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa, kurz Geke. Auch Turku in Südfinnland und Zürich wurde der Titel „Reformationsstadt“ bereits zuerkannt. „Wir finden es gut, wenn in Europa an vielen Stellen dieses Projekt bekannt gemacht wird“, unterstreicht Naumann, das nutze allen Beteiligten. Was die europäische Vernetzung in Sachen 2017 angeht, fängt die Lutherstadt freilich nicht mit dem neuen Logo rsp. bei Null an. Kontakte bestehen bereits zu den Zentren der Reformation vor allem im skandinavischen Raum, allen voran nach Haderslev, der Partnerstadt.

Ende Juli reist Naumann etwa für mehrere Tage nach Øland in Norwegen, seinerzeit der „Nukleus der Reformation“ in dem Nordland; es ist ein Gegenbesuch, die Norweger waren schon zweimal in Wittenberg. Und aufgeschoben, aber nicht aufgehoben ist eine Konferenz mit den Partnern aus Skandinavien, die bereits für diesen Sommer geplant war, zu der man aber im Herbst einen „neuen Anlauf“ nehmen will, so Naumann. Ob der Auftakt in Wittenberg stattfinden werde, stehe noch nicht fest, sei aber wahrscheinlich, sagte er, später will man abwechselnd in den verschiedenen Teilnehmerorten tagen. Unabhängig davon habe er kürzlich erfahren, dass auch in Ungarn die Aktivitäten im Vorfeld des Reformationsjubiläums verstärkt werden: Die Partnerstadt Békéscsaba, wo viele Protestanten lebten, plane eine nationale Konferenz. „Wir wollen versuchen, Bekescsaba mit einzubinden“, kündigte Naumann an. Wo in Wittenberg das neue Logo zum Einsatz kommen wird, sei dagegen noch unklar.