Legende zurück in Ferropolis

Legende zurück in Ferropolis: Europabagger endlich wieder zu Hause

Gräfenhainichen - Er war der größte Eimerkettenbagger seiner Zeit. Seine 44 Eimer fassten jeweils 2240 Liter Inhalt. Er fuhr auf nicht weniger als 32 Fahrwerken und war auch im Tagebau Muldenstein im Einsatz. Jetzt kehrte der Europabagger zurück in seine Heimat. Allerdings „nur als Modell“, sagt Peter Pätz, der Vorsitzende des Fördervereins Ferropolis. Dort ist der Riesenbagger im Miniaturformat nun zu ...

Von Ulf Rostalsky

Er war der größte Eimerkettenbagger seiner Zeit. Seine 44 Eimer fassten jeweils 2240 Liter Inhalt. Er fuhr auf nicht weniger als 32 Fahrwerken und war auch im Tagebau Muldenstein im Einsatz. Jetzt kehrte der Europabagger zurück in seine Heimat. Allerdings „nur als Modell“, sagt Peter Pätz, der Vorsitzende des Fördervereins Ferropolis. Dort ist der Riesenbagger im Miniaturformat nun zu Hause.

Dass das Modell überhaupt in die Region kam, ist den Bitterfelder Bergleuten zu verdanken. Sie haben es in Freiberg (Sachsen) wiederentdeckt, doch für deren Ausstellungsräume war es einfach eine Nummer zu groß. Nun soll es spätestens zum Bergmannstag 2015 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. „Es ist ein Modell. Aber das Modell hat es in sich“, betont er. „Es muss erst einmal in den Ausstellungssaal gebracht und dort aufgebaut werden.“

Angesichts der bisherigen Geschichte des Modellbaggers scheint der Weg in die oberen Räume der 30-KV-Station in Ferropolis bei Gräfenhainichen kaum mehr als ein Katzensprung zu sein. Der Miniatur-Europabagger hat - wie das Original - eine weite Reise hinter sich. Während der große Bruder in diversen Tagebauen im Einsatz war, machte seine kleine Kopie eine Reise durch die Republik.

Gebaut wurde das Modell der Baggerlegende von Lehrlingen in der Zschornewitzer Lehrwerkstatt. In Zschornewitz stand der „617“ lange Zeit im Klubhaus. Dort wurde man auf das Meisterwerk aufmerksam. „Der musste irgendwann zur Messe. Und ist nie wiedergekommen“, erinnert sich Peter Pätz an die Geschichten. Erzählt haben sie ehemalige Bergleute wie Hans-Georg Petschke vom Traditionsverein Bitterfelder Bergleute.

Die wollten ihren Bagger zurück und haben sich immer wieder stark gemacht für ihn. Die Bitterfelder pflegen Kontakte zu Kumpeln im ganzen Land. Man war dem Bagger auf der Fährte und fand ihn im Bestand der Bergakademie Freiberg. Nach zähem Ringen war man bereit, das Modell in seine Heimat zu schicken.

Nachdem Bitterfeld nicht in Frage kam, wurde Ferropolis und der Förderverein zur ersten Wahl. Immerhin stehen in der zum Museum umfunktionierten 30-KV-Station schon mehr als eine Handvoll anderer Modell von Bergbaugroßgeräten. Die Rückreise organisierten Ex-Bergleute um den Gräfenhainichener Hartmut Gawollek. (mz)