Kanzelreden in Wittenberg Kanzelreden in Wittenberg: Wulff und der Weltfrieden

Wittenberg - Im Dezember 2011 war Christian Wulff schon einmal in Wittenberg. In der Schlosskirche wurde die Produktion „Alle Jahre wieder. Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ aufgezeichnet. Dieses Amt bekleidete der Jurist damals noch. Im August wird Wulff erneut in Wittenberg erwartet. Er gehört zu den bekannten Zeitgenossen, die 2016 eine „Wittenberger Kanzelrede“ halten. In der Stadtkirche wird er über Weltfrieden und Weltreligionen zu Matthäus 5,44 sprechen. Darin heißt es unter anderem: „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen...“
Insgesamt vier Kanzelreden wird es in diesem Jahr geben, das sind vier weniger als zu früheren Zeiten. Man habe die besonderen Gottesdienste aus „Kapazitätsgründen“ reduzieren müssen, erklärt auf Nachfrage der MZ Stadtkirchenpfarrer Johannes Block.
Es gebe viele Anfragen von außen, man müsse aufpassen, dass dabei die Gemeindegottesdienste nicht ins Hintertreffen geraten. Die evangelische Stadtkirchengemeinde veranstaltet die Reihe gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und der Cranach-Stiftung Wittenberg sowie dem Zentrum für Predigtkultur der Evangelischen Kirche in Deutschland, das seinen Sitz ebenfalls in der Lutherstadt hat. Seit den Anfängen 2003 waren als Kanzelredner immer wieder Prominente aus Kirche, Kultur, Politik und Gesellschaft in der Stadtkirche zu unterschiedlichsten Themen zu erleben. Mit Beginn der Lutherdekade 2008 orientiert man sich an den jeweiligen Themenjahren, diesmal lautet es „Reformation und die Eine Welt“. Neben Christian Wulff stehen der Publizist und Wirtschafts- sowie Sozialwissenschaftler Wolfgang Kessler (5. Juni) und die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Claudia Roth (9. Oktober) auf der Rednerliste. Die erste Kanzelrede findet bereits am 10. April statt, und zwar in der Stadtkirche. Michael Schneider, Roman- und Theaterautor, Essayist, vielbeschäftigter Professor und Zauberer, spricht über Zeit und Zeitknappheit. Über Schneider heißt es, er habe schon als Jugendlicher die Zauberkunst erlernt und garniere auch seine Lesungen gern mal mit magischen Einlagen. Man darf also auch für den 10. April gespannt sein.
Die Auswahl der Kanzelredner treffen Vertreter der Kooperationspartner gemeinsam. Man „führt Namen zusammen, viele werden angesprochen, dann bleiben vier übrig“, sagt Block, der sich zu jenen, die weiterhin im Gespräch waren, nicht einlassen möchte. Auf die Kanzelreden-Gottesdienste selbst angesprochen, sagt er: „Ich habe den Eindruck, dass die Reihe ein gut eingeführtes Format im Kulturleben der Stadt ist.“ Und zu den Besuchern gehören immer wieder auch Menschen, die sonst nicht in einen Gottesdienst gehen. (mz)
In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Veranstaltung im Malsaal der Cranach-Stiftung abgehalten wird. Die erste "Wittenberger Kanzelrede" findet aber in der Stadtkirche statt, 10 Uhr beginnt die Veranstaltung. Im Malsaal der Cranach-Stiftung wird am 10. April zwischen 16 und 17 Uhr Michael Schneider aus seinem Buch "Ein zweites Leben" lesen und zum Gespräch bereit stehen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.