Zweiter Crash ins selbe Haus

Zweiter Crash ins selbe Haus in Weißenfels: Was die Ermittler über den „blanken Zufall“ wissen

Weißenfels - Blanker Zufall: Acht Tage nach einem Lkw fährt ein Pkw in das selbe Haus in der Naumburger Straße in Weißenfels. Wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Von Andreas Richter

Unglaublich aber wahr: Acht Tage nach einem spektakulären Lkw-Unfall in der Naumburger Straße in Weißenfels ist am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr ein Pkw in genau die selbe Stelle gerast.

Wie die Polizei am Donnerstag informierte, kam der Fahrer auf dem Weg in Richtung Stadtzentrum in der Rechtskurve von der Fahrbahn ab, durchbrach die Absperrung, fuhr gegen das Baugerüst und blieb in der notdürftig reparierten Hauswand des Eckhauses an der Rudolf-Götze-Straße stecken.

Der 50-jährige Fahrer und sein 22 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

„Das ist ja unfassbar, genau die selbe Stelle“, meinte Stadtwehrleiter Steve Homberg am Donnerstagmorgen. Kameraden der Weißenfelser Feuerwehr waren am Abend zuvor vor Ort, um das Baugerüst zu sichern. „Das Gerüst hat den Aufprall wohl noch etwas abgefedert“, vermutete Homberg.

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, stand der Fahrer des Pkw unter Alkoholeinfluss. Gemessen wurden 1,48 Promille. Dass der Pkw ausgerechnet in das selbe Haus gekracht ist wie der Lkw acht Tage zuvor, sei der blanke Zufall, sagte Thomas Ortmann, Sprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis.

Auswirkungen des erneuten Crash auf das Gebäude in der Naumburger Straße unklar

Unterdessen bleibt unklar, welche Auswirkungen der erneute Crash auf das Gebäude in der Naumburger Straße hat. Statische Untersuchungen hatten bislang ergeben, dass das in Privathand befindliche Gebäude nicht abgerissen werden muss.

Derweil laufen die Ermittlungen zum Lkw-Unfall vom 2. Oktober weiter. Alles deutet daraufhin, dass die Ursache unmittelbar beim Lkw-Fahrer zu suchen ist. „Der Fahrer ist mit seinem Lkw in das Haus gerollt. Wäre er mit hoher Geschwindigkeit hineingerast, würde das Haus nicht mehr stehen“, meinte Stadtwehrleiter Homberg. „Wir erwarten von der Anhörung des Fahrers nähere Erkenntnisse“, sagte Polizeisprecher Ortmann. Fakt sei, dass der Fahrer ordnungsgemäß an das Ende des Staus herangefahren ist. Beim Anfahren sei es dann passiert. Zu vermuten sei, dass der Fahrer eingeschlafen oder ihm plötzlich schlecht geworden ist.

In den nächsten Tagen müssen Kraftfahrer in Weißenfels weiter mit Einschränkungen rechnen. Die Naumburger Straße bleibt in den nächsten Wochen stadtauswärts halbseitig gesperrt, bis von dem Gebäude keine Gefahr mehr ausgeht. (mz)