Weißenfels

Weißenfels: Im Gasbetrieb kostet Autofahren weniger

WEISSENFELS/ZEITZ/MZ. - Er ließ seinen Pkw in einer Kfz-Werkstatt umbauen für den Betrieb mit Autogas und Benzin. Bei 200 000 Kilometer Fahrleistung hat er bereits 11 000 Euro eingespart, rechnet er vor.

Von HEIKE RIEDEL 01.04.2011, 19:37

Er ließ seinen Pkw in einer Kfz-Werkstatt umbauen für den Betrieb mit Autogas und Benzin. Bei 200 000 Kilometer Fahrleistung hat er bereits 11 000 Euro eingespart, rechnet er vor.

Für Günther Bareis, Geschäftsführer der Weißenfelser Stadtwerke, ist ein erdgasbetriebenes Auto gewissermaßen Pflicht, denn an der Aral-Tankstelle in der Nikolaus-Otto-Straße wird der Stadtwerkekraftstoff Erdgas verkauft, eine halbe Million Kilogramm im Jahr. Die Zeitzer Stadtwerke verkaufen jährlich etwa die Hälfte über ihre Zapfsäule an der Shell-Tankstelle in der Naumburger Straße. In den vergangenen beiden Jahren hat Bareis' Fahrzeug gegenüber der Dieselvariante bei 100 000 Kilometer Fahrleistung 6 000 Euro an Brennstoffkosten weniger verbraucht, sagt er. "Und das erdgasbetriebene Auto kostet beim Hersteller weniger als das dieselbetriebene", so seine jüngste Erfahrung.

Doch weder Erdgas- noch Autogas hat sich bei den Autofahrern als Kraftstoffrenner herausgestellt. Dabei wird noch mehr Autogas als Erdgas verkauft. Die Nachfrage nach Autos, die die Hersteller als Neuwagen dafür technisch ausrüsten, steigt nur langsam. Und auch der Umbau von Fahrzeugen in Kfz-Werkstätten hat sich nicht so entwickelt, wie es sich vor ein paar Jahren anließ. "Wir warten nur noch auf die Anlagen, die wir damals eingebaut haben", sagt Guido Schmalz vom Autoservice Am Wasserturm in Zeitz. Umrüstung sei noch zu teuer, das ist für ihn der wesentliche Grund. Doch angesichts der Kraftstoffpreisentwicklungen könnte man jetzt wieder neu rechnen.

Der Autoservice Näthern, Faerber und Kummer in Zeitz ist noch nicht auf das Pferd Umrüstungen aufgesprungen. Vor ein paar Jahren hätten einige Werkstätten unter der Behebung von Folgeschäden, die auf den Einbau von Gasanlagen zurückgeführt wurden, gelitten, nennt Inhaber Gunther Faerber einen Grund.

"Es ist eine Alternative, aber nicht für jeden, nicht für jedes Auto und nicht mit jeder Werkstatt", fasst Detlef Polzin seine Erfahrungen zusammen, was die Entscheidung für ein autogasbetriebenes Autos schwer macht. Wer zu wenige Kilometer fährt, für den rechnen sich die Mehrkosten für die Umrüstung nicht. Viele Autos bringen auch die technischen Voraussetzungen für eine Umstellung nicht mehr mit. Schließlich habe auch nicht jede Werkstatt das dafür erforderliche Know-how. Sowohl technische Unausgereiftheiten als auch schlechte "Bedienung", weil die Autofahrer nicht richtig von ihrer Werkstatt informiert wurden, und ungenügende Wartung hätten die Autogasentwicklung in ihren Anfängen gebremst. Er wünschte sich mehr Unterstützung der Bundesregierung für die Gasalternativen, weil diese und nicht die Elektroautos jetzt die energieeffizientesten und sparsamsten Varianten im Straßenverkehr seien. Zudem müssten Hersteller von Autos und Autogasanlagen schon bei der Entwicklung enger zusammenarbeiten.

Der Initiativkreis für Erdgasfahrzeuge Sachsen / Sachsen-Anhalt unterstützt den Neukauf eines erdgasbetriebenen Autos vom Hersteller bereits das dritte Mal mit 250 Euro. Seit Start dieser Marketingaktion von 25 Energieversorgungsunternehmen am 21. März haben bereits zehn Kunden die Prämie beantragt. Das deutet ein gestiegenes Interesse am Erdgasbetrieb an. Mit einem Anstieg rechnen angesichts der Preisentwicklung bei Benzin und Diesel nun aber auch Karsten Guhra von der Firma Guhratec in Weißenfels und Michael Hötzel von der Autowerkstatt in Döschwitz für den Autogasbetrieb.