Streit um Ladenöffnung

Verkaufsoffener Sonntag fällt aus: Geschäfte in Weißenfels bleiben auch am 3. Advent zu zu

Weißenfels - Auch am dritten Advent wird es in Weißenfels keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Wie die Stadt am Dienstag informierte, hat das Verwaltungsgericht Halle bereits am Montag entschieden, dass die Geschäfte am kommenden Sonntag in der Saalestadt geschlossen bleiben ...

Von Andreas Richter 12.12.2018, 08:42
Nach dem Weihnachtsmarkt noch mal in die Geschäfte? Nicht überall dürfen die Läden im Advent sonntags öffnen.
Nach dem Weihnachtsmarkt noch mal in die Geschäfte? Nicht überall dürfen die Läden im Advent sonntags öffnen. imago stock&people

Auch am dritten Advent wird es in Weißenfels keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Wie die Stadt am Dienstag informierte, hat das Verwaltungsgericht Halle bereits am Montag entschieden, dass die Geschäfte am kommenden Sonntag in der Saalestadt geschlossen bleiben müssen.

Während in Nachbarstädten bereits verkaufsoffene Sonntage im Advent stattfanden, hat die Gewerkschaft Verdi, die im Einzelhandel tätige Arbeitnehmer vertritt, damit erneut erfolgreich Widerspruch gegen die Sonntagsöffnung in Weißenfels eingelegt. Bereits am ersten Advent sowie im Frühjahr zum Ostermarkt und zum Streetfood-Festival hatte Verdi verkaufsoffene Sonntag in der Saalestadt verhindert.

Gericht sieht in Marienweihnacht keinen besonderen Anlass

Laut Stadt begründet das Gericht seine aktuelle Entscheidung damit, dass Weißenfels nicht eindeutig darlegen könne, dass die Marienweihnacht im Vordergrund steht, die Ladenöffnung nur ein ergänzendes Angebot ist. Die Stadt hätte also eine in der Realität kaum mögliche Trennung dokumentieren müssen - zwischen Besuchern, die nur zur Marienweihnacht kommen oder nur einkaufen gehen.

Das Ladenöffnungszeitengesetz Sachsen-Anhalt sieht einen besonderen Anlass als Voraussetzung für einen verkaufsoffenen Sonntag vor. Während die traditionelle Marienweihnacht in Weißenfels nach Auffassung der Richter offenkundig keinen besonderen Anlass darstellt, durften die Geschäfte in Zeitz am zweiten Advent öffnen - obwohl dort nur ein normaler Weihnachtsmarkt stattfand.

„Schwer nachvollziehbar“

Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) bezeichnete die jüngste Entscheidung des Verwaltungsgerichts als „schwer nachvollziehbar“. Bei der Marienweihnacht handele es sich um eine „traditionelle Veranstaltung mit überregionaler Strahlkraft für Weißenfels“. „Es bleibt ein Gefühl der Hilflosigkeit zurück“, sagte der Verwaltungschef und fügte hinzu: „Amazon, Ebay und Co. wird’s freuen, ebenso wie die großen Einkaufsmärkte im Umfeld.“ Er wolle sich zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund für eine Gesetzesänderung einsetzen.

››Die Marienweihnacht findet am Sonntag, 16. Dezember, von 11 bis 18 Uhr rund um die Marienkirche statt. (mz)