Teurer Hochwasserschutz

Teurer Hochwasserschutz: Um Weißenfels zu schützen, sind Millionen nötig

Weißenfels - Millionen sind nötig, um Weißenfels besser vor Überschwemmungen zu schützen. Doch stehen die Kosten dafür auch in einem vertretbaren Verhältnis?

Von Alexander Kempf 20.11.2018, 07:00

Nach Berechnungen des Chemnitzer Planungsbüros C und E sind in den kommenden Jahren rund 14,8 Millionen Euro notwendig, um die Stadt Weißenfels besser vor einem Hochwasser zu schützen. Das ist viel Geld. Doch aus Sicht des Unternehmens ist es gut angelegt. Das hat der stellvertretende Geschäftsführer Olaf Schwarz im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss anhand einer Nutzen-Kosten-Analyse dargelegt.

Demnach halten sich die zu erwartenden Schäden und die Baukosten für den zusätzlichen Hochwasserschutz ungefähr die Waage. Da die Schäden aber landesweit nach einer einheitlichen Methode berechnet werden, dürfte der tatsächliche Nutzen der zusätzlichen Hochwasserschutzmaßnahmen noch deutlich größer sein.

Teurer Hochwasserschutz: Schon die Flut 2013 kostete Weißenfels mehr als in der Theorie berechnet

Nach offizieller Berechnung liegt nämlich das Schadenspotenzial eines Hochwassers, das in Weißenfels alle einhundert Jahre auftritt, bei etwas mehr als einer Million Euro. Doch schon die beim Hochwasser im Jahr 2013 entstandenen Kosten lagen deutlich über dieser Summe.

Allein die Stadt hätte damals Schäden in Höhe von 1,8 Millionen Euro zu verbuchen gehabt. „Wir haben festgestellt“, sagt Olaf Schwarz, „dass die Schäden deutlich höher ausfallen als in der landesweiten Berechnung.“

Was für Weißenfels in Sachen Hochwasserschutz getan werden soll

Doch schon wenn sich, wie im Fall Weißenfels, die Kosten für mehr Hochwasserschutz und der zu erwartende Nutzen die Waage halten, sind die Schutzmaßnahmen förderfähig. Das ist angesichts der zu erwartenden hohen Kosten wichtig. So sieht das entwickelte Hochwasserschutzkonzept etwa den Bau von je einem Hochwasserpumpwerk pro Regenrückhaltebecken in der Stadt vor. Pro Stück würden hierfür Kosten zwischen 1,6 und 1,76 Millionen Euro anfallen.

Hinzu kommen, je nachdem welche Variante umgesetzt wird, zusätzliche Drainagen, Verwallungen und mobile Hochwasserschutzmauern. Um Überschwemmungen zu verhindern, bräuchte es je nach Standort einen zusätzlichen Schutz in Höhe von 30 bis 150 Zentimeter, erläutert Olaf Schwarz. Eine finale Planung stelle das im Stadtentwicklungsausschuss nur grob umrissene Konzept aber noch nicht da. Wenngleich es 36 Maßnahmen für einen besseren Hochwasserschutz auflisten soll.

Hochwasserkonzept soll im Internet frei zugänglich sein

Damit sich die Bürger selbst ein Bild vom Konzept machen können, soll das 170 Seiten umfassende Werk zeitnah auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden. Vor Januar sei damit aber nicht zu rechnen.

Ob also zum Beispiel die Hochwasserpumpwerke tatsächlich gebaut werden, bleibt abzuwarten. „Diese Dinger sind relativ teuer“, räumt auch der Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels ein. Mit Hilfe des Hochwasserschutzkonzeptes könne sich die Anstalt aber um eine Förderung des Vorhabens bemühen, so Andreas Dittmann. Je nach Dringlichkeit sollen die Maßnahmen dann umgesetzt werden.

Welche Schwierigkeiten sich beim Hochwasserschutz ergeben könnten

Angesichts der beträchtlichen Kosten mahnt CDU-Fraktionschef Manfred Rauner: „Es ist wichtig, dass dies so kostensparend wie möglich erfolgt.“ Stadtrat Gunter Walther von der Fraktion Gerechtigkeit/Grüne appelliert wiederum, dass Deiche und Dämme alleine keine Lösung darstellen. „Wir brauchen Überschwemmungsgebiete“, lautet sein Standpunkt.

Doch der Bau von zusätzlichen Hochwasserschutzbauwerken gestaltet sich ohnehin selten einfach. Mit Blick auf zwei Vorhaben in Uichteritz und Schkortleben erklärt Fachbereichsleiter Andreas Bischoff, dass zwar mancher einen Damm wolle, aber eben nicht auf der eigenen Scholle. (mz)