Streetart-Kunst im Einkaufcenter „Schöne Aussicht“ in Leißling

Der Künstler Filip Mrvelj erstellt derzeit ein interaktives 3D-Bodenbild im Einkaufszentrum „Schöne Aussicht“ in Leißling. Warum Besucher Teil des Kunstwerks werden können.

Von Meike Ruppe-Schmidt 11.05.2022, 06:00
Der Künstler Filip Mrvelj begann am Dienstagvormittag, eine Skizze für seine Zeichnung zu erstellen. Ab Freitag ist das fertige 3D-Kunstwerk im Shoppingcenter in Leißling zu bestaunen.
Der Künstler Filip Mrvelj begann am Dienstagvormittag, eine Skizze für seine Zeichnung zu erstellen. Ab Freitag ist das fertige 3D-Kunstwerk im Shoppingcenter in Leißling zu bestaunen. Foto: Meike Ruppe-Schmidt

Leißling - Eine neue Attraktion entsteht in diesen Tagen für Besucher des Einkaufszentrums (EKZ) „Schöne Aussicht“ in Leißling. Dort entwirft der Künstler Filip Mrvelj aus Kroatien ein dreidimensionales und interaktives Bodenbild. Über das Motiv verrät der Künstler: „Ich möchte in meiner Zeichnung die Illusion erzeugen, dass sich der Boden unter den Passanten auftut zu einem riesigen Loch, über das man sozusagen springen kann.“ Der Clou dabei: Durch eine fest installierte Kamera können sich die Besucher auf dem Bodenbild fotografieren und dabei selbst Teil des Kunstwerks werden.

Per Knopfdruck Teil des Kunstwerks werden

Das Motiv soll zu den Baumaßnahmen passen, welche derzeit im EKZ im Zuge der Neueröffnung der Lebensmittelkette „Rewe“ stattfinden. Neben einem neuen Farbkonzept soll dabei in der gesamten Mall auch der Fußboden ausgetauscht werden.

Laut Mrvelj wird das Kunstwerk in der Mitte des Centers platziert und rund 50 Quadratmeter groß. Damit zählt es für ihn zu den eher kleineren Werken, welche er umsetzt. Seine größte Zeichnung fertigte er 2013 in seiner Heimatstadt Slawonski Brod an. Sie ist 1.300 Quadratmeter groß und zeigt eine Art Überlaufbecken an einem Flußufer.

„Mir kommt es darauf an, in meinen Zeichnungen Realität und Kunst zu vermischen und damit eine Illusion zu zaubern“, erklärt der 45-Jährige seine anamorphen Streetart-Kunstwerke. Beispielsweise habe er zuletzt die 500 Quadratmeter großen Flächen in einem Helikopter-Simulations-Center in Kroatien bemalt.

Streetartkunst selbst beigebracht

Sein Können hat er sich nach eigenen Angaben selbst angeeignet. „Als ich begann, mich mit der Streetartkunst zu beschäftigen, gab es noch keine Youtube Videos, in denen erklärt wurde, wie das geht“, lacht er. „Sondern ich habe mich belesen und mir Tipps bei anderen Künstlern geholt.“ Zunächst war die Malerei ein Hobby. Doch als mit der Zeit mehr daraus wurde, brach er schließlich sein Jurastudium ab, um sich hauptberuflich der Kunst zu widmen. 2018 zog Mrvelj schließlich nach Berlin, auch wegen der lebendigen Kunstszene in der Hauptstadt. „Aber ich bin durch meine Arbeit international tätig“, erklärt er. Während der Coronapandemie blieb sein Aktionsradius allerdings auf Europa beschränkt.

Mit seiner neuestes Arbeit in Leißling begann er am Dienstagvormittag, indem er zunächst mit Hilfe von Schnüren eine Skizze anfertigte. Diese wird nach und nach mit Farbe und Pinsel zum Kunstwerk veredelt. Am Freitagnachmittag soll das fertige Werk schließlich zu bestaunen sein. „Aber erst am Samstag kann man richtig sicher sein, dass die Farbe auch wirklich trocken ist.“