Beginnt am Montag das Chaos?

Sperrung in Großkorbetha: Ab Montag ist Großkorbetha ein geteilter Ort

Großkorbetha - Eine Brücke mitten in Großkorbetha wird ab Montag für drei Monate wegen Sanierung voll gesperrt. Was das für den Straßenverkehr im Ort bedeutet.

Von Andreas Richter 31.08.2018, 06:00

Auf Autofahrer und Bewohner in Großkorbetha wartet ab Montag eine große Herausforderung: Die mitten im Ort gelegene marode Brücke über den Großkorbethaer Graben wird voraussichtlich bis Ende November saniert.

Die offizielle Umleitung führt von Weißenfels aus über die Bundesstraße 91 und die Abfahrt zum Ortsteil Bäumchen nach Großkorbetha in Richtung Spergau. Dass der Weißenfelser Ortsteil mit der Vollsperrung der Brücke praktisch drei Monate lang in zwei Teile geteilt wird, beschäftigt die Bewohner seit Monaten.

Sperrung in Großkorbetha: 17 Kilometer lange Umleitung droht

Schon Ende Februar hatte sich der Ortschaftsrat mit der heiklen Angelegenheit beschäftigt. Schnell wurde klar, dass der Vorschlag der lokalen Akteure, die Brücke während der Bauarbeiten die meiste Zeit über wenigstens halbseitig offen zu halten, aus bautechnologischen Gründen nicht zu verwirklichen sein wird.

Seitdem ringt man im Ort um eine innerörtliche Umleitung für die Bewohner. Denn das Horrorszenario will keiner: Um die wenigen Meter Baustelle zu überwinden und vom südlichen in den nördlichen Teil des Ortes - oder umgekehrt - zu gelangen, müsste jeweils ein etwa 17 Kilometer langer Weg über die offizielle Umleitung in Kauf genommen werden.

Sperrung in Großkorbetha: Umleitung über Schotterweg im Ort funktioniert nicht

Wie sehr die Bürger das Verkehrsproblem in ihrem Ort bewegt, zeigte die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates. Die Räte mussten kurzerhand in die Sporthalle am Stadion umziehen, damit die mehr als 60 interessierten Bürger auf den Zuschauerrängen Platz nehmen konnten. Spätestens an diesem Abend erfuhren die Bewohner, dass die vom Ortschaftsrat favorisierte innerörtlicher Umleitungsstrecke über die Schkortlebener Straße nicht funktioniert.

„Diese Schotterpiste ist für eine dauerhafte Befahrung nicht geeignet“, sagte Mike Arning von der örtlichen Straßenbehörde im Ortschaftsrat. Und begründete damit, warum die Stadt nun diese Straße als landwirtschaftlichen Weg ausgewiesen hat, der für motorisierte Fahrzeuge gesperrt ist.

Hat die Stadt bei Straßensanierung zu lange gezögert?

Für Uwe Horn, stellvertretender Großkorbethaer Bürgermeister, fällt dem Ort nun auf die Füße, dass eine langjährige Forderung des Ortschaftsrates noch immer nicht verwirklicht ist. „Wir kämpfen seit Jahren um eine Ertüchtigung der Schkortlebener Straße“, erinnerte Horn.

Und das nicht ohne Grund. Die unmittelbar an den Saalewiesen gelegene direkte Verbindungsstraße zwischen Schkortleben und Großkorbetha, die Landesstraße 182, ist bei Hochwasser zumeist überflutet. Das letzte Mal war das bei der Flut 2013 der Fall.

Wäre die Verbindung über die Jahnstraße in Schkortleben und die Schkortlebener Straße in Großkorbetha asphaltiert gewesen, hätte sie eine Alternative für den Straßenverkehr sein können, so die Argumentation der Großkorbethaer.

Kürzere Umleitung gilt nur für Anlieger

Die Stadt allerdings hebt die Hände. „Die Ertüchtigung der Straße war bislang im Rahmen der Haushaltsmittel nicht möglich“, heißt es aus dem Rathaus.

Für die Anlieger wird es nun eine alternative Umfahrung der Baustelle über einen ebenfalls unbefestigten Weg unmittelbar entlang der Bahnstrecke geben. „Das ist der maximale Kompromiss, den wir jetzt erreichen konnten“, sagte Uwe Horn.

Mike Arning warnte allerdings: „Das ist keine offizielle Umleitung. Wir lassen dort nur Anliegerverkehr zu.“ Nach monatelangem Ringen bleibt nun offen, wie viel Ärger es ab Montag um Verkehrslärm und -schmutz in Großkorbetha geben wird. (mz)