Naumburger Straße in WeißenfelsNaumburger Straße in Weißenfels: Experten bewerten das Unfallhaus

Weißenfels - Über die Zukunft des bei zwei Unfällen beschädigten Gebäudes an der B 87 wird erst im Januar entschieden.

Von Alexander Kempf 25.12.2018, 07:00

Es war vermutlich die ungewöhnlichste Unfallserie, die sich in diesem Jahr in Weißenfels ereignet hat. Innerhalb nur weniger Tage fuhren gleich zwei Fahrzeuge in ein und dasselbe Gebäude in der Naumburger Straße in Weißenfels und beschädigten dieses schwer. Seither stellt sich mancher die Frage, ob das Haus abgerissen werden muss oder doch saniert werden kann.

Ursprünglich hatte Christian Wackermann, der als Sprecher des geschädigten Hauseigentümers fungiert, schon im Dezember auf Klarheit gehofft. Doch ob das gesicherte Gebäude eine Zukunft hat, das steht auch nach weiteren Untersuchungen noch in den Sternen. „Uns liegen noch nicht alle Gutachten vor“, sagt Christian Wackermann. Er rechnet aber damit, dass spätestens bis Mitte Januar alle für eine Entscheidung notwendigen Dokumente vorliegen.

Unfallhaus in Weißenfels: In den vergangenen Wochen ist bereits ein Riss-Monitoring erfolgt

In den vergangenen Wochen ist bereits ein Riss-Monitoring erfolgt, um zu erkennen, ob und welche Bewegungen es im Unfallhaus gibt. Auch einen Gutachter für Bodenmechanik sowie einen Architekten habe man hinzugezogen. Schon in der Vergangenheit hatte der Sprecher deutlich gemacht, dass der Hauseigentümer an einem Erhalt des Gebäudes interessiert ist, um nicht auf einem möglichen Schaden sitzen zu bleiben.

Die Entscheidungsfindung gestaltet sich auch deshalb so schwierig, da die beteiligten Parteien zunächst klären müssen, wer welche Schuld an den Schäden im Gebäude trägt. Im Oktober war zunächst ein Lastwagen durch eine Hauswand des Gebäudes gebrochen. Nur acht Tage später krachte ein alkoholisierter Autofahrer mit seinem Wagen in das dann schon abgestützte Haus.

Unfallhaus in Weißenfels: Hausbesitzer war noch davon ausgegangen, dass der Schaden möglicherweise reparabel ist

Der Hausbesitzer war nach dem ersten Unfall noch davon ausgegangen, dass der Schaden möglicherweise reparabel ist. Beim zweiten Crash aber hätten sich Teile des bereits aufgebauten Gerüsts im Haus ausgedehnt. Und den Schaden somit vergrößert? All das steht auf dem Prüfstand und wird bei der Entscheidung im Januar sicher berücksichtigt werden.

Die durch die Stadt führende Bundesstraße 87 ist zwar in Höhe des Unfallhauses wieder beidseitig freigegeben, allerdings ist die Geschwindigkeit im Bereich des Gebäudes auf Tempo 30 begrenzt. Der Gehweg vor besagtem Haus bleibt weiterhin für Fußgänger komplett gesperrt.

Schon seit dem ersten Unfall wird das Haus nicht mehr bewohnt. Die Mieter hat der Eigentümer andernorts unterbringen können. Dass bei dem ersten Crash niemand verletzt worden ist, grenzte an ein Wunder. Schließlich kam der Lastwagen erst in einem bewohnten Zimmer zum Stehen. (mz)