„Intex ein echtes Kleinod"

„Intex ein echtes Kleinod": Theaterstück inspiriert Bürgermeister zu neuen Ideen

Weissenfels - Das Theaterprojekt bringt den Weißenfelser Bürgermeister auf Ideen.

Von Meike Ruppe-Schmidt 19.04.2019, 06:00

Die Spannung steigt bei vielen Weißenfelsern. Nur noch wenige Tage dauert es, bis am 24. April die Premiere des Theaterstücks „Intex“ im ehemaligen Textilkontor am Weißenfelser Bahnhof stattfindet. Am Mittwoch zeigten die Darsteller erstmals Auszüge ihrer Probe vor Ort. Neben den Schauspielern vom Theaterprojekt „Das letzte Kleinod“ und dem Naumburger Theater beteiligen sich insgesamt 40 Laiendarsteller aus Weißenfels und Umgebung an dem Projekt.

Stadt unterstütze das Projekt

Darunter die Jugendfeuerwehr aus Weißenfels, Jugendliche der Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg, ein Chor mit elf Einzelsängern und viele weitere Weißenfelser. „Wir spüren hier ein sehr großes Interesse der Menschen an der Geschichte des Intex-Gebäudes“, sagt Regisseur Jens Erwin-Siemssen. „Und wir sind auf sehr viel Offenheit bei den Leuten gestoßen. Auch wenn viele anfangs skeptisch darüber waren, was wir hier auf die Beine stellen wollen.“

Das ging auch dem Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) so. „Anfangs konnte ich mir wenig darunter vorstellen, was für ein Theaterstück hier entwickelt wird“, gesteht er. Trotzdem unterstützte die Stadt das Projekt, indem zunächst die Eigentumsverhältnisse geklärt wurden, Bäume an den Außenmauern gestutzt und Container für die Entrümpelung bereitgestellt wurden.

„Stadt großes Interesse daran, das Gebäude zu kaufen“

Denn die Industrie-Ruine stand jahrzehntelang leer. „Bei den ersten Proben trugen die Schauspieler Sicherheitsschuhe und Staubmasken“, erinnert sich Siemssen. „Im Laufe der letzten Wochen haben wir insgesamt sieben Container Bauschutt entsorgt. Eine Reinigungsfirma hat den gröbsten Staub beseitigt.“ Nun sind die Räume hergerichtet für das Theaterstück, das aus 17 Szenen an verschiedenen Schauplätzen spielt. Darunter im Garten, Hof, Pferdestall, Kulturraum, Textil- und Schuhlager.

„Ich bewundere das Engagement, mit dem die Akteure hier zur Sache gehen“, sagt Bürgermeister Robby Risch. „Man sieht, dass das Intex ein echtes Kleinod für die Stadt ist.“ Geht es nach ihm, so soll das Textilkontor nach den Theateraufführungen nicht erneut in einen Dornröschenschlaf fallen. „Die Menschen wollen, dass wir aus dem Gebäude nun auch etwas machen“, erklärt Risch. „Deshalb hat die Stadt großes Interesse daran, das Gebäude zu kaufen.“ Die Flächen würden sich beispielsweise für die Errichtung von Loftwohnungen eignen.

Theaterstück inspiriert Bürgermeister

Zudem könne man sich vorstellen, darin Gründerflächen für Start-up-Unternehmen anzubieten. Risch: „Die Lage des Objekts am Bahnhof ist ideal, da sie zentrumsnah ist und eine schnelle Anbindung an nahe Großstädte wie Leipzig, Halle und Erfurt ermöglicht.“ Aber auch in der Umgebung vom Intex soll sich viel verändern. „Auf einem Teil des Güterbahnhofs soll eine Park and Ride-Anlage entstehen“, so der Bürgermeister. „Außerdem werden einige umliegende Häuser abgerissen, so dass das Intex-Gebäude noch markanter zum Vorschein kommt.“

Zunächst jedoch freut er sich mit vielen Weißenfelsern auf die Aufführungen, die mit der Premiere am 24. April beginnen und noch bis zum 5. Mai laufen. Eine Zeit, in der das Intex-Gebäude wieder mit Leben gefüllt sein wird. Bereits jetzt zeugen nachts die Lichter davon, die die Sprossenfenster des Gebäudes in bunten Farben leuchten lassen. Hoffentlich werden sie nicht so schnell wieder ausgehen. (mz)

Tickets zu den Aufführungen sind an der Touristeninformation erhältlich. Infos unter www.das-letzte-kleinod.de.