Frischli rüstet auf

Frischli rüstet auf: Dafür will Weißenfelser Unternehmen Millionen investieren

Weissenfels - Im Weißenfelser Frischli-Milchwerk wird derzeit kräftig investiert. Mehr als eine Million Euro stehen in diesem und im kommenden Jahr bereit, wie Prokurist Henner Schumann informiert. Seit zwei Wochen wird an der Montage einer neuen Abfüllanlage gearbeitet, die zuvor in einem Betrieb im bayerischen Eggenfelden gestanden hat, der ebenfalls zum Frischli-Verbund gehört. Sie wurde dort nicht mehr gebraucht. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Großgebindeabfüllung. Damit werden größere Kunststoffboxen mit Plastesäcken mit H-Milch, Mager- oder Fettquark befüllt, in denen die Produkte dann ungekühlt transportiert werden können. Laut Henner Schumann wolle sich Frischli stärker zu Großkunden ...

Von Holger Zimmer 06.09.2019, 05:00

Im Weißenfelser Frischli-Milchwerk wird derzeit kräftig investiert. Mehr als eine Million Euro stehen in diesem und im kommenden Jahr bereit, wie Prokurist Henner Schumann informiert. Seit zwei Wochen wird an der Montage einer neuen Abfüllanlage gearbeitet, die zuvor in einem Betrieb im bayerischen Eggenfelden gestanden hat, der ebenfalls zum Frischli-Verbund gehört. Sie wurde dort nicht mehr gebraucht. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Großgebindeabfüllung. Damit werden größere Kunststoffboxen mit Plastesäcken mit H-Milch, Mager- oder Fettquark befüllt, in denen die Produkte dann ungekühlt transportiert werden können. Laut Henner Schumann wolle sich Frischli stärker zu Großkunden hinwenden.

Maschinen als Investiotionsschwerpunkte des Weißenfelser Unternehmens

Im engen Zusammenhang mit der Großgebindeabfüllung steht auch der Bau einer Waschanlage. Denn während die Plaste-Einleger nicht wieder verwendet werden, sieht das bei den Kunststoffboxen anders aus. Sie werden gegenwärtig gleich nebenan gewaschen, doch das soll im nächsten Jahr in einer eigenen Halle auf dem Betriebsgelände passieren. Die Planungen liegen vor, nun bedarf es noch weiterer Genehmigungen. Aber Schumann ist sich sicher, dass die Halle im zweiten Quartal 2020 fertiggestellt sein wird. „Dann ist es mit dem Provisorium vorbei“, sagt der Prokurist.

Dritter Investitionsschwerpunkt ist eine ebenfalls computergesteuerte Eimerabfüllanlage. Sie stammt auch aus zweiter Hand und wurde komplett überholt. Die Maschine ist neun Meter lang und drei Meter hoch. Hinzu kommt ein Gewicht von zwölf Tonnen, so dass das voluminöse Teil mit einem Kran in die Produktionshalle gehoben werden musste. Anschließend hat die Langendorfer Dachdeckerfirma Wolter das Dach wieder geschlossen. Die Abfüllung auch von Crème fraîche soll zum Jahresende erfolgen. Hinzu kommt im nächsten Jahr die Modernisierung der Software im Lagerbereich.

Henner Schumann spricht von einer kontinuierlichen Entwicklung, seitdem die Weißenfelser Molkerei nach der Wende zu Frischli gekommen war. Im November 1991 erfolgte in der Tagewerbener Straße der erste Spatenstich und ein Neubau unter Einbeziehung von ehemaligen Lagerhallen der Schuhindustrie wurde hochgezogen. Das bedeutete einerseits Sicherheit für die landwirtschaftlichen Milchproduzenten, aber auch für die Weiterverarbeitung. Schumann selbst ist seit 1991 im Unternehmen und war zunächst vor allem für die technischen Belange zuständig. Vor dreieinhalb Jahren übernahm er die Verantwortung von Dieter Gorzki, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat.

Mehr Investitionen in diesem Jahr: Produktionen für das Inland

Schumann spricht von einer stetigen und kontinuierlichen Entwicklung. In jedem Jahr seien Investitionen vorgesehen und im Bedarfsfall gebe es auch Erweiterungsflächen. Gegenwärtig sind in Weißenfels 140 Mitarbeiter beschäftigt und es werden im Jahr 160 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Dabei produziere man vor allem fürs Inland, nur ein geringer Teil Quark und Joghurt geht ins Ausland.

Weißenfelser Aushängeschild ist seit 1995 wieder das Milchquarkprodukt „Leckermäulchen“. Inzwischen gibt es das auch in anderen Verpackungsgrößen und das Mädchen mit den zwei Zöpfen sieht heute zeitgemäßer aus. Die Produktpalette liegt jetzt bei 26 Sorten und den Marzipan-Geschmack findet man derzeit nicht in den Kühltruhen der Märkte, dafür aber frische Fruchtvariationen. Insgesamt verlassen im Jahr 40 Millionen Stück Leckermäulchen in verschiedenen Verpackungsgrößen das Werk. (mz)