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Flussfische munden Kennern

Von ANKA STOLPER-HEINIKE 18.09.2008, 17:18

WEISSENFELS/MZ - An diesem Tag schlägt für das fünfköpfige Mitarbeiterteam des Betriebes beim Abfischen des alten Saalearms die Stunde der Wahrheit. Dann wird sich zeigen, ob Karpfen, Zander und Hecht gut gediehen sind und ob der Fünf-Tonnen-Fangrekord vom Vorjahr sogar überboten werden kann. Bernd Henseleit ist optimistisch. Schließlich tue man alles, um den hohen Standards einer ökologischen Fischzucht gerecht zu werden. "Wir wollen uns durch Qualität von den Massenzuchtbetrieben abheben. Unsere Fische schmecken anders als die vom Discounter um die Ecke.", betont er. Dann erklärt er, wie das Fischfleisch besonders schmackhaft wird. Wichtig sei eine nicht so hohe Besatzdichte im Zuchtgewässer. Der Fisch könne so neben dem industriell hergestellten Futter auch reichlich Naturnahrung aufnehmen, vom Gewässergrund zum Beispiel. Außerdem bewege sich das Tier bei größerem Platzangebot mehr und dies führe wiederum zur entsprechenden Fleischqualität. "Das ist eigentlich nicht anders als bei der Schweinezucht", meint Bernd Henseleit.

Die Anfang Oktober aus dem alten Saalearm geernteten Fische werden übrigens sofort in die 30 Hälterungsbecken zum "Ausnüchtern" gebracht. Im klaren Wasser bleiben die Tiere mindestens acht Wochen. Dadurch reinigen sich ihre Kiemen und sie verlieren den erdigen Geschmack. Schließlich wandern die Flossentiere über den Ladentisch und landen beim Kunden in Kochtopf und Pfanne. Neben Karpfen, Hecht, Wels und Zander sind es vor allem Forelle, Lachsforelle und Stör, die bei den Fischerei-Kunden aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen Gaumenfreuden wecken. Die Zahl der Stammkunden des Direktvermarkters wächst stetig. Das liege zum einen daran, dass Fisch als Lebensmittel für eine bewusste Ernährung immer gefragter wird, zum anderen aber auch daran, dass der Kunde seinen Fisch hier direkt aus dem Becken holen lassen kann.

Das Wasser in den insgesamt vier Teichen und 30 Hälterungsbecken stammt aus der Saale. Es muss ebenfalls höchste Qualität aufweisen, damit die Flossentiere gut wachsen und schmecken. Deshalb wird es vom Fischgesundheitsamt in Stendal mehrmals im Jahr überprüft. "Bisher gab es für Wasser und Fische noch nie Beanstandungen", erklärt Bernd Henseleit nicht ohne Stolz.