Drogen, Alkohol und Nikotin

Drogen, Alkohol und Nikotin: Fast jeder Dritte Jugendliche hat gekifft

Weißenfels - Drogen, Alkohol und Nikotin - Anne Krause ist an Schulen des Landkreises mit Jugendlichen darüber im Gespräch. Welche Erkenntnisse sie dabei gewonnen hat.

Von Andreas Richter 12.06.2017, 07:16

Rund 30 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren haben schon mal gekifft, das heißt Cannabis oder andere Drogen probiert. Das ist das Ergebnis einer anonymen Befragung, die Anne Krause, Fachkraft für Suchtprävention beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), unter 200 Jugendlichen im Burgenlandkreis durchgeführt hat. Der Umfrage zufolge haben zehn Prozent der Befragten schon mehr als fünf Mal Drogen konsumiert, zwanzig Prozent weniger als fünf Mal.

„Das Interesse an Cannabis steigt“, weiß die 29-Jährige, seit März 2016 beim DRK für die Suchtvorbeugung zuständig. Mit dem Ergebnis der Befragung, die sie in der ersten Hälfte dieses Jahres durchgeführt hat, liegt der Burgenlandkreis über dem bundesweiten Durchschnitt. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) liegt der Anteil der Jugendlichen, die in besagtem Alter bereits Drogen ausprobiert haben, bei etwa zehn Prozent.

Warum gerade das illegale Rauschmittel Cannabis?

Warum gerade das illegale Rauschmittel Cannabis? „Die Droge ist einfach trendy, wirkt zunächst beruhigend und entspannend“, weiß die Fachfrau. Für problematisch hält sie die öffentliche Darstellung des Problems. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Cannabis-Konsums würden total unterschätzt und zum Teil verharmlost, sagt sie und sieht hier auch eine Verantwortung der Medien.

Um junge Leute über Folgen des Drogenkonsums aufzuklären, ist Anne Krause mit einem interaktiven Parcours zum Thema „Cannabis - quo vadis?“ an Schulen des Landkreises unterwegs. Dabei weiß sie aus eigener Erfahrung, wozu Drogen führen können. Nach ihrem Studium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften in München hat sie ein Jahr lang an einer Klinik für psychisch und Suchtkranke gearbeitet. „Ich habe gesehen, wie alles enden kann“, sagt sie. Deshalb habe sie sich dazu entschlossen, auf dem Gebiet der Suchtvorbeugung tätig zu werden.

Auch Alkoholkonsum ein wichtiges Thema

Wenn sie an den Schulen des Landkreises unterwegs ist, dann ist auch der Alkoholkonsum ein wichtiges Thema. Zahlen hat sie dafür nicht auf dem Tisch, doch aus vielen Gesprächen weiß sie: „Alkohol steht für das Erwachsenwerden, verbindet in der Gruppe und ist im gesellschaftlichen Alltag allgegenwärtig.“

Immer weniger attraktiv ist für junge Leute hingegen das Rauchen. Laut DHS rauchen etwa acht Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen regelmäßig. Wenngleich sie keine genauen Zahlen für den Burgenlandkreis hat, so kann Anne Krause aus vielen Gesprächen mit Jugendlichen diese Größenordnung bestätigen. Eine Zigarette probiert haben in der 7. Klasse allerdings schon die meisten Jugendlichen. Krause spricht von etwa 80 Prozent.

Alternativen zur Sucht aufzeigen

Wenn die junge Frau über ihre Arbeit spricht, dann will sie unbedingt auch das loswerden: „Wichtig ist, dass den Jugendlichen Alternativen zur Sucht aufgezeigt werden.“ Und genau dafür steht eine Veranstaltung am morgigen Dienstag, 13. Juni, die sie in den vergangenen Wochen mit Hochdruck vorbereitet hat: Der Aktionstag „Gesund - na und?!“ auf dem Weißenfelser Stadtbalkon. Ab 9 Uhr präsentieren sich dort die verschiedensten Vereine und Institutionen, geben Tipps für eine gesunde Lebensweise für Alt und Jung. (mz)

Der Aktionstag „Gesund - na und!“ ist Teil der 19. Weißenfelser Seniorenwoche. Er findet am morgigen Dienstag in der Zeit zwischen 9 und 13 Uhr auf dem Stadtbalkon zwischen Dammstraße und Saale statt. Neu ist, dass sich die Aktion nicht nur ältere Menschen wendet, wie man es als Teil der Seniorenwoche vermuten könnte. Vor allem das Thema Suchtprävention steht im Mittelpunkt. Daher werden auch etwa 400 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Burgenlandkreis erwartet.

Die Eröffnung der Seniorenwoche findet ebenfalls am Dienstag um 14 Uhr in Schumanns Garten an der Promenade statt. Für diese Veranstaltung gibt es noch einige Restkarte, geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor. Verkauft werden sie unter anderem in der Touristinformation am Markt sowie bei der Volkssolidarität, Klosterstraße 8. Die Tickets kosten 10 Euro im Vorverkauf.