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Coronavirus: Kommen extra Impfaktionen im Weißenfelser Schloss?

Linken-Politiker haben Vorschläge, wie sich die Quote im Landkreis steigern lässt. Was der Landrat umsetzen möchte und auf welches Mittel noch gewartet wird.

Von Martin Walter 19.01.2022, 10:22 • Aktualisiert: 20.01.2022, 21:34
Wenn es nach den Linken-Politikern geht, könnte auch in Sehenswürdigkeiten wie dem Weißenfelser Schloss - hier ein Blick in die Schlosskirche - geimpft werden.
Wenn es nach den Linken-Politikern geht, könnte auch in Sehenswürdigkeiten wie dem Weißenfelser Schloss - hier ein Blick in die Schlosskirche - geimpft werden. Foto: Marco Junghans

Weissenfels/MZ - 66,03 Prozent der Menschen im Burgenlandkreis haben nach Angaben des Landessozialministeriums bislang mindestens eine Covid-Impfung erhalten. Damit liegt der Kreis im landesweiten Vergleich im unteren Mittelfeld. Darüber, wie diese Quote gesteigert werden kann, haben sich schon viele Politiker den Kopf zerbrochen. Der Weißenfelser Linken-Stadtrat Eric Stehr absolviert gerade ein Auslandssemester in Wien und hat von dort einige Vorschläge zur Steigerung der Impfbereitschaft. Diese haben er und Jörg Freiwald, Vorsitzender der Linken-Fraktion im Kreistag, Landrat Götz Ulrich (CDU) sowie einigen Amtsleitern unterbreitet. Welche das sind und was die Kreisverwaltung umsetzen möchte, hat die MZ zusammengefasst.

Persönliche Anschreiben an die Bevölkerung

Briefe, in denen den Bürgern ein konkreter Impftermin zugeteilt wurde, seien laut Eric Stehr in Österreich recht erfolgreich gewesen. Auch Götz Ulrich steht dem offen gegenüber, doch wolle die Kreisverwaltung noch die Zulassung des „Totimpfstoffes“ von Novovax abwarten, um „mit dieser neuen Möglichkeit das Impfen nochmals zu bewerben“. Nach Angaben des Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) könnte das Ende Februar so weit sein. Es stehe aber „noch nicht fest, ob wir dazu bestimmte Altersgruppen gezielt anschreiben oder eine Anzeigen- und Werbekampagne in den Zeitungen und/oder den digitalen Medien durchführen“, so Götz Ulrich.

Mehr Werbung im öffentlichen Raum

Während in Wien vielerorts an Litfaßsäulen und auf Plakaten für die Impfung geworben wird, sieht man hierzulande kaum Werbung im öffentlichen Raum. Götz Ulrich weist darauf hin, dass sich die Kreisverwaltung für die Impfwerbung auf den Bussen der PVG verantwortlich zeigt. Außerdem prüfe man, „wie wir die gemeinsame Kampagne der Metropolregion Mitteldeutschland im Burgenlandkreis noch besser unterstützen können“. Diese wirbt auch im Namen zahlreicher Unternehmen mit der Aktion „1.000 gute Gründe fürs Impfen“ im Internet sowie mit Plakaten dafür.

Mehr Impfangebote im öffentlichen Raum

Wenn es nach Eric Stehr geht, könne im öffentliche Raum nicht nur mehr für Impfungen geworben, sondern diese dort auch angeboten werden. Er selbst habe seine Boosterimpfung beispielsweise im Wiener Stephansdom bekommen und könnte es sich dementsprechend auch in den Sehenswürdigkeiten des Burgenlandkreises wie dem Weißenfelser und dem Zeitzer Schloss vorstellen. Auch gebe es in Wien beispielsweise in Schwimmbädern und Supermärkten regelmäßige Impfangebote. Die Parkplätze letzterer fährt auch der Impfbus des Burgenlandkreises gelegentlich an, auf den Götz Ulrich ebenso verweist wie auf die vier mobilen Impfteams des Landkreises. Die Kreisverwaltung sei aber offen, „auch neue Orte für Impftage auszuwählen, wenn das die Eigentümer und Betreiber vorschlagen“, sagt der Landrat und nennt als Beispiel die Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg, wo es im Dezember ein solches Angebot gab.

Spezielle Angebote für ausländische Mitbürger

Die Linken-Politiker wünschen sich auch eine gezielte Ansprache an Migranten in ihrer Muttersprache. Um diese Gruppe zu erreichen, hat es bereits Impftage in der Migrationsagentur in Naumburg gegeben. Auch in Unternehmen mit vielen ausländischen Beschäftigten - der Landrat nennt Tönnies in Weißenfels und Henglein in Klosterhäseler - haben gemeinsame Impfaktionen mit der Kreisverwaltung stattgefunden. Künftig sei zudem geplant, „gezielt Nationalitätengruppen in ihrer Muttersprache anzuschreiben und zum Impfen einzuladen“, so Götz Ulrich.