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Straßenverkehr im Burgenlandkreis B91-Umleitung in Deuben: Welche Folgen Anwohnerkritik und Straßenschäden haben

Die B91 wird umgebaut: In Deuben im Burgenlandkreis leiden Anwohner und Straßen unter der Umleitung. Welche Änderung der Bürgermeister nun initiiert hat und was die Einwohner dazu sagen.

Von Meike Ruppe-Schmidt 27.02.2026, 06:00
Die Einfahrt von der B91 nach Deuben soll künftig für den Verkehr gesperrt werden.
Die Einfahrt von der B91 nach Deuben soll künftig für den Verkehr gesperrt werden. Foto: Vincent Grätsch

Deuben/MZ. - Eine Baustelle und kein Ende – so mag es sich für manchen Anwohner in Deuben anfühlen. Seit die Ortsdurchfahrt auf der B91 wegen Ausbauarbeiten gesperrt ist, ächzt die Ortschaft unter dem – überwiegend auswärtigen – Verkehr, der die Strecke als Umleitung nutzt. Und das, obwohl die offizielle Umleitung über Hohenmölsen führt.

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurde die Straße Deubener Siedlung von der Einmündung Friedhof bis Einmündung Industriestraße voll gesperrt. Nur noch Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge sollen die Straße nutzen dürfen. Die Sperrung gilt bis zum 29. März, heißt es aus der Verwaltung.

B91 in Deuben gesperrt: So viele Autos wälzen sich über die Umleitung

Hintergrund: „Eine Verkehrszählung, die von den Anwohnern vorgenommen wurde, hat ergeben, dass allein zwischen 6 und 8 Uhr morgens 480 Fahrzeuge die Strecke passiert haben", so Schneider. Darunter seien Pkws, Kleinbusse, Lkws und sogar Schwerlasttransporte gewesen. „Dies ist eine massive Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner", sagt Schneider.

Umleitung für die B91: Diese Schäden zeigen sich bereits auf der Ausweichstraße

Und nicht nur das. Die Stadt befürchtet vor allem auch massive Schäden an der kommunalen Schulstraße. Hier habe sich der Kopfsteinpflasterbelag in den vergangenen Wochen stark gesenkt, so der Bürgermeister. Die Deckel der Abwasserkanäle ragen inzwischen über den Belag hinaus, so dass die Stadt auch hier Schäden am Abwassernetz befürchtet.

Vor allem die Schulstraße wurde durch den Umleitungsverkehr  beansprucht. Das Pflaster  hat sich bereits stark gesenkt.
Vor allem die Schulstraße wurde durch den Umleitungsverkehr beansprucht. Das Pflaster hat sich bereits stark gesenkt.
Foto: Vincent Grätsch

Und Ortsbürgermeisterin Michaela Topf weist darauf hin: „Wenn der Frost aus dem Boden raus ist, wird sich das Problem weiter verschärfen." Fraglich sei dann, wie die klamme Kommune eine Instandsetzung der Straße finanzieren soll. Darum soll die Einfahrt für den allgemeinen Verkehr durch eine Querbake sowie die entsprechende Beschilderung an der B91 unterbunden werden.

Deubener Ortsbürgermeisterin: Anwohner werden für Fehlverhalten der Auswärtigen bestraft

Bei den Anwohnern stößt das Vorhaben auf gemischte Resonanz. „In der Deubener Schulstraße wird das Vorhaben begrüßt, weil man dort massiv unter dem Durchgangsverkehr leidet", so Topf. Im übrigen Teil des Ortes, sowie in Wildschütz und Naundorf blickt man aber auch mit Skepsis auf das Vorhaben. Denn die Sperrung betrifft auch die Dorfbewohner selbst. Sie müssen nun gegebenenfalls einen Umweg über Trebnitz und Luckenau in Kauf nehmen, um nach Hause oder zur Arbeit zu fahren. „Damit bestraft man die Anwohner für die Unvernunft der auswärtigen Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Beschilderung halten", gibt Topf zu bedenken. Insofern sehe man sich als Anwohner dann doppelt benachteiligt.

Darum stößt die Neuregelung in Deuben auch auf Skepsis

Das sieht Ortswehrleiter Christian Gaßmann ähnlich. Er wohnt in der Gartenstraße in Naundorf und musste im vergangenen Jahr monatelang damit leben, dass auswärtiger Verkehr – verbotenerweise – an seinem Haus vorbei rollte. Seine Erkenntnis aus dieser Zeit: „Es interessiert die Leute einfach nicht, dass sie eigentlich eine andere Umleitung nehmen müssten." Er befürchtet, dass sich das Problem durch die neue Beschilderung nur verlagert. „Denn wenn der Verkehr nicht mehr durch die Schulstraße rollen darf, dann fließt er über Trebnitz – und damit wird die Deubener Brücke wieder stärker beansprucht." Ob das zielführend sei, bleibe angesichts des maroden Zustands des Bauwerks fraglich.

Ruf nach Verkehrskontrollen in Deuben

Generell zweifelt er an der Wirkung der neuen Beschilderung. Denn diese habe auch während der Bauphase in Naundorf nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Grund: „Viele Verkehrsteilnehmer ignorieren schlicht die Schilder." Insofern bleibe für ihn weiterhin die zentrale Frage offen: „Wer kontrolliert dann die Einhaltung der neu geplanten Beschilderung?"