Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung

Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung: Zieht Alff von Weißenfels nach Merseburg?

Weißenfels/Merseburg - Steht das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung, kurz Alff, vor dem Umzug nach Merseburg?

Von Alexander Kempf und Michael Bertram 26.04.2018, 08:49

Steht das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung, kurz Alff, vor dem Umzug nach Merseburg? Seit Tagen halten sich entsprechende Gerüchte in Weißenfels, wo die Behörde neben Halle bislang einen ihrer Sitze hat. Doch wie lange noch? Der Weißenfelser Stadtrat hat bereits den Oberbürgermeister in die Spur geschickt, um zu prüfen, was an den Gerüchten dran ist.

„Wir fänden es eigenartig, wenn ein Umzug erfolgen sollte“, erklärt dazu Stadtoberhaupt Robby Risch. Denn Weißenfels könnte dadurch nur verlieren. Nämlich Arbeitskräfte, Einkommen und somit Kaufkraft. Die Behörde beschäftigt in der Müllnerstraße 65 Mitarbeiter - das Amt hat insgesamt 129 Mitarbeiter. Er würde diese gerne in der Stadt halten und lenkt den Blick in Richtung Bayern, wo der Freistaat versuche, Behörden ganz gezielt dezentral anzusiedeln. Aus Sicht des Oberbürgermeisters sei dies der richtige Weg, damit nicht nur die großen Städte im Land von den Arbeitsplätzen in der Verwaltung profitieren.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie möchte Standort zusammenlegen

Doch die Gerüchte, dass das Alff Weißenfels verlassen wird, sind nicht aus der Luft gegriffen. Das dafür zuständige Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie möchte den Standort in Weißenfels gerne mit dem im Süden von Halle zusammenlegen, informiert Pressesprecherin Jenny Schwarz. „Aus arbeitsorganisatorischen und fiskalischen Gründen“, heißt es.

Während Weißenfels und Halle so der Verlust attraktiver Arbeitsplätze droht, könnte Merseburg lachender Dritter werden. Dort soll nämlich der neue zentrale Standort entstehen. Für die Bürger wie die Mitarbeiter brächte ein Umzug vornehmlich Vorteile, argumentiert das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie. „Diese Maßnahme erlaubt effektivere Aufgabenerledigung bei guter Erreichbarkeit für Bürger und Betriebe“, so Pressesprecherin Jenny Schwarz. Zugleich würden sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern.

Voraussetzung der Zusammenlegung sind bauliche Maßnahmen

Denn die bisherigen Gebäude bedürfen offenbar einer grundlegenden Sanierung. Sie sind laut Pressesprecherin Jenny Schwarz nicht barrierefrei. Neben den ungünstig geschnittenen Büroräumen und veralteten Toiletten seien auch fehlende Parkmöglichkeiten ein Nachteil der bisherigen Standorte. Doch noch gibt es keinen Umzugstermin. „Voraussetzung der Zusammenlegung an einem neuen, gemeinsamen Standort in Merseburg sind bauliche Maßnahmen dort“, stellt Jenny Schwarz klar. Dafür müssten im Haushalt aber erst Voraussetzungen geschaffen werden. Noch handelt es sich bei den Überlegungen also um interne Planungen.

Während bei einigen Stadträten in Weißenfels die Alarmglocken läuten und ein Tauziehen um den Sitz der Behörde zu beginnen scheint, stoßen die Überlegungen des Ministeriums im Saalekreis auf ein positives Echo: „Der Umzug der Behörde nach Merseburg wäre nicht nur ein Zugewinn für die Kreisstadt, sondern für den Landkreis insgesamt“, schwärmt bereits Landrat Frank Bannert (CDU). Er erwarte sich im Fall eines Umzugs kürzere Wege in der Zusammenarbeit und wirtschaftliche Impulse für Stadt und Region.

Auch der Grünen-Landtagsabgeordnete für den Saale- und Burgenlandkreis, Sebastian Striegel, würde einen Umzug des Alff begrüßen. Angeblich könnte ein erst vor wenigen Jahren saniertes Gebäude auf dem Campus der Hochschule Merseburg ein möglicher Sitz der Behörde werden. „Für Merseburg und die Hochschule wäre ein Umzug ein echter Gewinn“, sagt Striegel. (mz)