Altes Textilkontor am Bahnhof

Altes Textilkontor am Bahnhof Weißenfels: Neue Pläne für das Intex

Weißenfels - Das alte Textilkontor am Weißenfelser Bahnhof soll nicht wieder in den Dornröschenschlaf fallen. Was der Eigentümer und die Stadt jetzt planen.

Von Meike Ruppe-Schmidt 21.05.2019, 05:00

Der Vorhang ist gefallen. Im alten Textilkontor am Weißenfelser Bahnhof herrscht wieder gähnende Stille. Fast zwei Wochen lang hatte das leerstehende Gebäude als Theaterkulisse für das Stück „Intex“ vom Ensemble „Das letzte Kleinod“ gedient.

Hunderte Menschen aus Weißenfels und Umgebung verfolgten mit Spannung die Geschichte des dominanten Gebäudes. Und für kurze Zeit waren die alten Lagerhallen wieder mit Leben gefüllt. Jetzt ist der Theaterzug des Ensembles abgefahren. Und viele Menschen fragen sich, was nun aus dem Intex wird.

Stadt Weißenfels hatte Interesse an einem Kauf des Gebäudes bekundet

Ideen wurden bereits viele geäußert. So hatte die Stadt Weißenfels Interesse an einem Kauf des Gebäudes bekundet. Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) sprach von Loftwohnungen oder Gründerflächen für Start-up-Unternehmen, die hier Platz finden könnten. Doch wie sehen die Pläne des Eigentümers der Immobilie aus? MZ hakte bei Tino Meißner nach, der seit 2014 Besitzer vom Intex sowie zwei angrenzenden Wohnhäusern ist.

„Ich habe bereits mit Sanierungsarbeiten an den Wohnhäusern begonnen“, sagt der 33-jährige Hallenser. „Diese waren nicht im besten Zustand und werden nun erneuert.“ Und: Auch das Intex selbst soll wieder eine Nutzung erfahren. „Von Seiten der Stadt gab es ein Kaufangebot“, bestätigt Meißner. Darauf eingegangen sei er nicht. „Denn die Summe lag weit unter dem marktüblichen Preis.“

„Allein für die Instandsetzung der historischen Fenster kommen locker 100.000 Euro zusammen“

Stattdessen sei er selbst nun in die Planungsphase getreten, will auch einen Projektentwickler mit ins Boot holen. Das Problem: Die immens hohen Investitionskosten. „Allein für die Instandsetzung der historischen Fenster kommen locker 100.000 Euro zusammen“, schätzt Meißner, der als Immobilienverwalter tätig ist. „Idealerweise finde ich einen großen Mieter für das Intex. Bereits vor einigen Jahren gab es Überlegungen, hier das Arbeitsamt anzusiedeln. Diese verliefen jedoch im Sande.“

Damals sei Meißners Stiefvater noch Eigentümer des Intex gewesen. Er hatte das Gebäude 2005 von der Erbengemeinschaft gekauft. „Mein Stiefvater kommt aus dem Baugewerbe und wollte ursprünglich aus dem Intex etwas machen. Doch aus gesundheitlichen Gründen ließ er diese Pläne fallen und veranlasste 2014 die Schenkung des Gebäudes an mich.“

„Sobald hier eine passende Nutzung gefunden worden ist, gehen wir auf den Eigentümer zu.“

Neben der Eigensanierung und Vermietung sei auch der Verkauf der Immobilie weiterhin eine Option für Meißner. Auch die Stadt hat offenbar nach wie vor Interesse am Intex. „Was die Nutzung des Gebäudes angeht, sind wir derzeit noch in der Ideenfindung“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. „Sobald hier eine passende Nutzung gefunden worden ist, gehen wir auf den Eigentümer zu.“

Dass seitens der Weißenfelser ein großes Interesse am Intex besteht, kann Meißner nachvollziehen. „Ich habe die Theater-Aufführung gesehen und war beeindruckt, was Jens-Erwin Siemssen da auf die Beine gestellt hat.“ Bereits in der Vergangenheit gelang es Regisseur Siemssen mit seinen Theaterstücken, verlassene Plätze wieder in den Fokus zu rücken. Was der Regisseur von den Intex-Plänen hält? „Das Gebäude sollte erhalten werden“, findet er. „Gut wäre eine wirtschaftliche Nutzung, die Arbeitsplätze schafft, und junge, gut ausgebildete Leute anzieht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Situation in Weißenfels diesbezüglich zum positiven ändern wird.“ (mz)