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Zwangsarbeit in Mansfeld-Südharz NS-Zwangsarbeit in Mansfeld-Südharz: Welche Einblicke unzählige neue Akten liefern

Tausende Menschen mussten während der NS-Zeit in der Region schuften - als Häftlinge, Kriegsgefangene oder sogenannte Fremdarbeiter. Teil 1 der Serie zur Zwangsarbeit im Südharz.

Von Armin Himmelrath 12.02.2026, 07:30
Zwangsarbeiterinnen der Mifa auf dem Weg ins Lager Bonnhöfchen. Weil ihnen aus rassistischen Gründen die Nutzung des Bürgersteigs untersagt war, mussten sie auf der Straße gehen.
Zwangsarbeiterinnen der Mifa auf dem Weg ins Lager Bonnhöfchen. Weil ihnen aus rassistischen Gründen die Nutzung des Bürgersteigs untersagt war, mussten sie auf der Straße gehen. Foto: Spengler-Museum

Sangerhausen/MZ. - Die Liste der Gemeindeverwaltung ist mit Schreibmaschine verfasst und ein bisschen ausgebleicht. Penibel aufgeführt sind die Namen von 55 Frauen, die in Allstedt zu Beginn der 1940er Jahre als „Ostarbeiterinnen“ gemeldet waren. „Russen“, hat noch jemand handschriftlich daneben vermerkt. Auf der Liste steht, unter der laufenden Nummer 31, Marija Bochenkowa, geboren am 22. Juli 1923 im russischen Dorf Kalinin. Marija war um die 20 Jahre alt, als die Liste getippt wurde - und mit ziemlicher Sicherheit nicht freiwillig in Deutschland.