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Trinkwasser-Warnung im Südharz Nitrat-Grenzwert in Berga überschritten - Verband stellt Ersatzwasser für Kleinkinder bereit

Kinder im Alter unter zwei Jahren sollen das belastete Wasser nicht zu sich nehmen. Der Verband erstattet die Kosten für Ersatzwasser und lässt die Wasserqualität engmaschig überwachen.

Von Helga Koch 26.02.2026, 18:30
Leitungswasser fließt in ein Trinkglas.
Leitungswasser fließt in ein Trinkglas. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Berga/MZ. - Wichtige Information für alle Familien in Berga, Bösenrode und Rosperwenda: Kinder im Alter unter zwei Jahren sollten dort vorerst kein Trinkwasser aus der Leitung zu sich nehmen. Das teilt der Wasserverband Südharz auf seiner Internetseite mit. Ursache ist die Überschreitung des Grenzwertes für Nitrat, die jetzt festgestellt worden ist.

Wie der Verband mitteilt, werde er Ersatzwasser für die Kindertagesstätte „Thyraspatzen“ zur Verfügung stellen - und zwar bis auf Weiteres.

Belegbare Kosten für Ersatzwasser werden erstattet

Eltern mit Kindern unter zwei Jahren sollten für zuhause Wasser in einschlägigen Verkaufseinrichtungen besorgen. Der Zweckverband werde den Eltern die Kosten bei Nachweis der Geburtsurkunde und unter Vorlage der Rechnung erstatten - pro Kind und Tag für 1,5 Liter. Doch sollten Eltern beim Kauf des Wassers darauf achten, dass sich auf den Flaschen der Aufdruck „Zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ befindet.

Wie Verbandsgeschäftsführerin Jutta Parnieske-Pasterkamp mitteilt, wurde die Probe mit dem erhöhten Nitratwert am 17. Februar genommen. Es sei ein Nitratwert von 52,5 Milligramm pro Liter festgestellt worden. Laut Trinkwasserverordnung gelten 50 Milligramm je Liter als Grenzwert. „Der Brunnen wird vom Verband engmaschig überwacht.“

Das Labor, das die Wasserproben untersucht, habe den Verband am 23. Februar und der Verband wiederum unverzüglich das Gesundheitsamt des Landkreises informiert, teilt Parnieske-Pasterkamp weiter mit. Das Gesundheitsamt habe daraufhin die Versorgung der Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren mit einem entsprechend geeigneten Ersatzwasser angeordnet.

Säuglinge reagieren auf Nitrat besonders empfindlich

Wie das Umweltbundesamt erläutert, könne es bei Säuglingen zu einer Reduktion von Nitrat zu Nitrit kommen. Gelange das Nitrit ins Blut, werde der Blutfarbstoff Hämoglobin zu Methämoglobin oxidiert, das jedoch keinen Sauerstoff binden kann, so dass die Aufnahme von Sauerstoff reduziert wird. Dieser Effekt sei als Säuglingszyanose oder „blue infant syndrome“ bekannt. Junge Säuglinge reagierten besonders empfindlich.

Bei der vorherigen Beprobung, die am 1. April 2025 erfolgte, enthielt das Bergaer Trinkwasser 42 Milligramm Nitrat je Liter. Eine Ausnahme sind die Bergaer Werte nicht: Laut Umweltbundesamt weisen etwa 16 Prozent der Messstellen des Grundwassermessnetzes Nitratkonzentrationen von über 50 Milligramm je Liter auf.