Süßes Gold

Müntzer-Schule in Allstedt geht unter die Honig-Produzenten: Wie das funktioniert

Die Müntzer-Schule in Allstedt bekommt eine komplette Grundausrüstung für die Arbeit mit den Bienen gesponsert. Wie die Idee entstand und was mit dem Honig dann passiert.

Von Grit Pommer 13.05.2022, 11:15
Wolfgang Zahn (rechts) übergab in Allstedt die Imkerausrüstung und erklärte den Schülern, wie die einzelnen Teile benutzt werden.
Wolfgang Zahn (rechts) übergab in Allstedt die Imkerausrüstung und erklärte den Schülern, wie die einzelnen Teile benutzt werden. (Foto: Maik Schumann)

Allstedt/MZ - Regelrecht explodiert ist in der Natur die Blütenpracht. Beste Bedingungen, um mit dem Imkern zu starten. Und so kam Wolfgang Zahn von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt am Donnerstag gerade richtig nach Allstedt.

Allstedter Sekundarschule erhält komplette Imkerei-Grundausrüstung

An der Sekundarschule „Thomas Müntzer“ übergab er die Grundausrüstung für eine Schulimkerei: eine große Beute mit Deckel, dazu Rähmchen, Wachsplatten, Honigschleuder, Hüte und Schutzanzüge, Handschuhe, ja sogar ein Rauchbläser und ein Grundstock an Gläsern gehören zu dem Set im Wert von rund 2.000 Euro, für das die Allstedter Schule in diesem Jahr den Zuschlag bekommen hat - als eine von sechs in ganz Sachsen-Anhalt.

Seit dem vergangenen Jahr machen die Allstedter mit im landesweiten „Netzwerk Nachhaltigkeitsschulen“. Die zehn beteiligten Schulen haben sich vorgenommen, Projekte in den Unterricht einzubauen, bei denen die Schüler in der Praxis erleben können, wie sich das, was Menschen tun oder nicht tun auf die globale Entwicklung auswirkt.

Zwei Bienenvölker ziehen auf dem Schulgelände ein

So haben die Klassen im vergangenen Jahr schon Naschgärten angelegt, in denen Obststräucher wachsen. Auch ein eigener kleiner Weinberg wurde angepflanzt. Sobald eine ausreichend große Ernte anfällt, sollen daraus Gelee und Marmelade gekocht und beim Weihnachtsmarkt in der Schule verkauft werden.

Mit dem Imkern indes tut die Schule nicht nur etwas für den Honigertrag, sondern auch für die Natur ganz allgemein. Denn Bienen als Bestäuber sind wichtig für den Kreislauf des Werdens und Vergehens. „Leider ist es eine traurige Tatsache, dass Sachsen-Anhalt die geringste Bienendichte in ganz Deutschland hat“, erklärte Zahn den Schülern. Mit den zunächst zwei Völkern, die jetzt auf dem Schulgelände einziehen sollen, helfen die Allstedter ein kleines Stückchen dabei mit, das zu ändern.

Axel Aschenbrenner steht als Pate zur Seite

Für die Anfangszeit hat die Sekundarschule schon einen kompetenten Paten gefunden, der ihnen dabei hilft, sich in die Imkerei reinzufuchsen. Axel Aschenbrenner, der über das DRK mit der Einrichtung beim Schulsanitätsdienst zusammenarbeitet, ist zufälligerweise auch Imker.

Er hat sich bereit erklärt, zwei Völker als erste Bewohner der neuen Beute zu stiften und einigen Lehrern die wichtigsten Handgriffe beim Umgang mit den Bienen beizubringen.

Ab dem nächsten Schuljahr soll dann eine Imker-AG loslegen, sagt Schulleiterin Nina Trzcinski. Gut 20 Schüler haben schon erklärt, dass sie da gern mitmachen wollen. Die Qualität des Honigs können sie dann sogar mit einem Refraktometer bestimmen, das ebenfalls zur gesponserten Grundausstattung gehört.

Honig soll zum Verkauf angeboten werden

Überhaupt, der Honig. Gerade mal einen Teelöffel voll produziert eine Biene im Lauf ihres wenige Wochen kurzen Arbeitslebens, erklärte Zahn den Kindern. Weil es aber Tausende sind, die ausschwärmen und sammeln, könne man mit so einer Beute um die 30 bis 50 Liter Honig im Jahr ernten.

Auch der soll zum Verkauf angeboten werden. Kunsterziehungslehrerin Gudrun Joras arbeitet schon an Entwürfen für ein Etikett, verrät Trzcinski. Wolfgang Zahn ist unterdessen begeistert von der Idee einer Imker-AG. „Das ist ein Volltreffer“, meinte er. „Wenn von den 20 Kindern später mal drei, vier übrig bleiben, die dauerhaft imkern, dann haben wir das Ziel erreicht.“

Axel Aschenbrenner wartet nun darauf, dass aus seinen Völkern neue Königinnen ausfliegen, die er samt ihren Gefolgsleuten einfangen und nach Allstedt bringen kann. Und dann geht es los mit dem Imkern an der Schule.