Leichtathletik Leichtathletik: Paul stachelt Ehrgeiz und Tempo von Max an
Helbra/MZ. - Dass Max Groß an manchen sonnigen Herbsttagen bis zu 30 Kilometer durch den Wald joggt oder längere Wegstrecken mit dem Fahrrad zurücklegt, liegt daran, dass sich der zwölfjährige Helbraer für sein liebstes Hobby fit halten möchte. Max ist begeisterter Geher. Vor sechs Jahren startete er für den SSV Ahlsdorf als Läufer, später wechselte er zum SSV Eisleben. Es sei ihm wichtig gewesen, dass er ein noch intensiveres Training genießen konnte, so Max. Zeitgleich wurde sein älterer Bruder Paul, der vor einigen Monaten bei der deutschen Juniorenmeisterschaft in der Halle auf Rang sechs der Konkurrenz über 5000 Meter Gehen kam, vom Bundestrainer Helmut Stechemesser entdeckt. Paul wechselte zum SV Halle. Und Max folgte ihm bald dahin.
Die Begeisterung für Sport teilt sich der dunkelblonde Geher mit seiner Familie. Vater Winfried Groß war früher Ringer und spielte Fußball. Heute nimmt er noch an Rennsteig-Läufen und verschiedenen Marathons teil. Mutter Andrea leitet eine Aerobicgruppe. Warum er Geher wurde? "Manchmal haben Paul, der Vati und ich zu dritt trainiert. Und dann habe ich das Gehen einfach mal ausprobiert. Es macht mir total viel Spaß", schwärmt Max. "Es ist doch völlig natürlich, dass der eine Bruder auch irgendwann mal die Sportart ausprobieren möchte, die dem anderen Bruder gefällt", ist sich Mutter Andrea sicher. Für andere Sportarten hat sich Max nie interessiert. Fußball beispielsweise sei ihm zu gefährlich. Fast täglich trainiert er, oft auch mit seinem Vater Winfried. "Manchmal, wenn ich keine Lust zum Training habe, muss mich mein Vater auch mal ein bisschen drängen", bekennt Max freimütig.
"Einige Monate haben wir ihn im sportlichen Bereich nicht so stark gefordert. Dann hat sein Bruder oft gewonnen und Urkunden erhalten. Und Max war deswegen traurig", erzählt Andrea Groß. Daraufhin hätte sich Max´ Trainingsverhalten geändert. Ein gewisser Ehrgeiz ist also da, so Frau Groß. Beim deutschen Geher-Pokal vor wenigen Wochen erkämpfte er sich den vierten Platz, bei der Bezirksmeisterschaft gewann er Silber. Einige Probleme bereiten ihm noch die kurzen Strecken, auf denen er sprinten muss: "Ich mache lange Schritte statt kurzer schneller Schritte. Ich denke, dass ich dann schneller bin, aber das ist gar nicht so", weiß Max. "Wenn ich erfolgreich bin, bin ich immer total glücklich. Es ist für mich ein Zeichen, dass sich die Mühe gelohnt hat", freut sich Max. Vorbilder habe er mehrere, zum Beispiel die berühmten deutschen Geher Andreas Erm, Denis Trautmann und Mike Trautmann. Er habe sie jüngst bei der Bezirksmeisterschaft in Gleina kennengelernt. "Sie sind erfolgreich und gehören zur Weltspitze der Geher", schwärmt Max Groß.